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Rohstoffe: Mit Fischsperma seltene Metalle gewinnen?

Für viele Japaner ist die Samenflüssigkeit von Lachsen eine Delikatesse, für andere ist sie ein Ansatz, um wertvolle Rohstoffe zu gewinnen.
Lachse

Japanische Gourmets delektieren sich gerne an Fischmilch, der Samenflüssigkeit etwa von Lachsen, die im Land der aufgehenden Sonne als Delikatesse gilt. Doch abseits der kulinarischen Komponente könnte die besondere Flüssigkeit zukünftig wohl auch bei der Gewinnung oder beim Recycling wertvoller Metalle helfen: Wie "Chemistry World" berichtet, hilft die Samenflüssigkeit, Seltene Erdmetalle aus einer wässrigen Lösung zu extrahieren – eine umweltfreundlichere und billigere Alternative verglichen mit heutigen Verfahren. Ursprünglich testeten die beteiligten Forscher um Yoshio Takahashi von der Universität Tokio, wie die begehrten Rohstoffe von bakteriellen Zelloberflächen adsorbiert werden. Dabei beobachteten sie, dass bestimmte Phosphatgruppen auf der Oberfläche eine herausragende Rolle bei diesem Prozess spielen. Deshalb erwogen sie als nächsten Schritt, gezielt DNA dazu einzusetzen.

Da aber DNA selbst löslich ist, hätten sie diese zuvor beispielsweise auf einem Trägermaterial wie Zellulose aufbringen müssen, weshalb sie sich letztlich für die nicht wasserlösliche Fischmilch entschieden: Tausende Tonnen werden davon jährlich von der japanischen Fischerei entsorgt. Die zuvor pulverisierte Samenflüssigkeit brachten sie in Kontakt mit einer Lauge, die Neodym, Dysprosium und dreiwertiges Eisen enthielt – den Hauptbestandteilen gängiger Neodymmagnete. Alle banden sich sehr gut an die Spermiensubstanz und konnten anschließend mit Hilfe von Säuren und Zentrifugation optimal wiedergewonnen werden. Da die Fischmilch eine große Ionenaustauschkapazität besitze, könne man sie zukünftig auch in industriellem Maßstab einsetzen, um begehrte Rohstoffe kostengünstig wiederaufzubereiten, hofft Takahashi.

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