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Immunologie: Mit Geflügelkrankheit gegen Sars?

Mediziner haben den Erreger der Newcastle-Krankheit – ein für Geflügel und andere Vogelarten hoch ansteckender und meist tödlicher, für Menschen aber harmloser Virus – genetisch so verändert, dass er die Basis für einen Impfstoff gegen Sars bilden könnte. Erste Tests mit Grünen Meerkatzen verliefen jedenfalls viel versprechend.

Die Forscher um Joshua DiNapoli von den US-amerikanischen National Institutes of Health in Bethesda und seine Kollegen bauten dazu einen Gen-Abschnitt des Sars-Virus, der das Hüllprotein des Erregers erzeugt, in das Erbut eines nur schwach viralen Newcastle-Stamms ein. Diesen Cocktail sprühten sie den Meerkatzen zweimal innerhalb von 28 Tagen durch die Nase ein, bevor sie die Affen mit einer hohen Dosis an Sars-Erregern infizierten. Anschließend untersuchten die Forscher das Lungengewebe der Tiere auf Reaktionen des Immunsystems: Je nach Art des Newcastle-Umbaus wiesen sie zwischen 230- bis 1100-mal weniger Sars-Viren auf als Vergleichsmeerkatzen ohne die Impfung.

Nach Meinung von DiNapoli und seinem Team könnte das Newcastle-Virus daher eine gute Basis als Impfstoff-Träger gegen Sars, aber auch andere gefährliche Erreger bilden. 2002 starben weltweit mehr als 770 Menschen an der Krankheit, 8100 infizierten sich. (dl)

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