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News: Mit Gelatine die Ölpest bannen

Wissenschaftler der Universität-Gesamthochschule Duisburg entwickelten eine Methode, mit der flüssiges Rohöl zu einer konsistenten Masse verfestigt werden kann. Dazu verwenden die Chemiker umweltfreundliche, natürliche Substanzen wie Seife und Gelatine. Damit wären die Folgen von Tankerhavarien drastisch reduzierbar.
Das Schiffsunglück des vor der norddeutschen Küste auf Grund gelaufenen Frachtschiffes "Pallas" vor fast einem Jahr führte einmal mehr vor Augen, welche Gefahren durch den starken Schiffsverkehr drohen. Herkömmliche Verfahren zur Eindämmung auslaufenden Öls sind wenig wirksam und zudem stark witterungsabhängig. Jetzt stellten Chemiker der Universität-Gesamthochschule Duisburg eine Prozedur vor, die die Umwelt vor dem zähen Umweltgift schützen könnte.

Am Beginn der Entwicklung stand die Kenntnis, daß Öl dickflüssiger wird, wenn es mit Wasser und Seife vermischt wird. Um das "schwarze Gold" jedoch vollständig daran zu hindern, einen leckgeschlagenen Tank zu verlassen, reicht diese Viskosität allein noch nicht aus. Die raffinierte Lösung des Problems entliehen die Duisburger Forscher offensichtlich heimischen Kochbüchern: Indem sie einfache Gelatine dem Gemisch hinzugaben, erzeugten sie einen geradezu schnittfesten "Ölpudding". "Das Verfahren zeichnet sich überdies dadurch aus, daß die Mixtur aus Gelatine, Öl, Wasser und Seife durch Steuerung der Temperatur verfestigt und wieder gelöst werden kann", erläutert der Chemiker Professor Werner Borchard. So erstarre das Gemisch bereits bei 25 Grad Celsius. Ab einer Temperatur von 60 Grad Celsius tritt der unappetitliche Pudding wieder in einen flüssigen Zustand über. "Dann können wir das Gemisch sogar wieder in seine einzelnen Komponenten auftrennen und den kostbaren Rohstoff zurückgewinnen." so Borchard. Auch stellten die verwendeten, natürlichen Substanzen keinerlei zusätzliche Gefahr für die Umwelt dar.

Um zehn Liter Öl zu verfestigen, benötigen die Chemiker einen Liter ihres Geliermittels. Zwar wäre das Mitführen dieses "Rettungssystems" an Bord von gefährdeten Schiffen theoretisch möglich, doch stiegen die Kosten pro Tonne Rohöl um etwa 24 Mark. Aus diesem Grund halte sich die Unterstützung seitens der Industrie in engen Grenzen.

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