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Gentherapie: Mit HI-Viren gegen Krebs

Veränderte HI-Viren lassen sich dazu einsetzen, Krebszellen aufzuspüren. Wissenschaftler in den USA hatten Lentiviren, zu denen auch der Aids-Erreger HIV gehört, derart verändert, dass sie keine Krankheit mehr auslösten, aber dafür bei lebenden Mäusen an Krebszellen in der Lunge binden.

Zunächst hatten die Forscher um Kouki Morizono von der Universität von Kalifornien in Los Angeles die krankheitsauslösenden Teile des Virus entfernt. Dann ersetzten sie die normale Außenhülle des Virus durch eine von so genannten Sindbis-Viren, die normalerweise Insekten und Vögel infizieren. Zusätzlich markierten die Forscher das Virus mit dem Enzym Luciferase, das Leuchtreaktionen auslöst, und fügten einen Antikörper gegen P-Glykoprotein hinzu. Dieses Eiweiß sitzt typischerweise auf der Oberfläche bestimmter Tumorzellen, schleust zellfremde Substanzen aus der Zelle und spielt daher eine wichtige Rolle bei der Resistenz der Krebszellen gegen chemotherapeutische Wirkstoffe.

Diese manipulierten Viren injizierten die Forscher in die Blutbahn von Mäusen, die an einer bestimmten Form von Hautkrebs litten, wobei sich bereits Metastasen in der Lunge gebildet hatten. Auf Grund der Luciferase-Markierung konnten die Forscher den Weg der leuchtenden Viren durch den Körper verfolgen.

Tatsächlich spürten die Viren die Krebszellen in der Lunge auf und banden an ihrer Zelloberfläche. Die Wissenschaftler wollen in weiteren Versuchen klären, ob sich mit den Viren auch therapeutische Gene in die Tumorzellen einschleusen lassen.
15.02.2005

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 15.02.2005

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