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Alternative Therapieverfahren: Mit Radiowellen gegen Asthma?

Indem sie mit Radiostrahlung die glatte Muskulatur in den Bronchien verringerten, konnten Forscher die Beschwerden von Asthma-Patienten lindern und ihnen im Schnitt 86 mehr symptomfreie Tage verschaffen.

Glatte Muskulatur ist dafür verantwortlich, dass sich bei einem Asthmaanfall die feinen Verästelungen der Atemwege zusammenziehen und dadurch die Atemnot auslösen. Nach einer ersten Studie an 16 Patienten hatten die Forscher um Gerard Cox nun an über fünfzig Teilnehmern in Krankenhäusern in Großbritannien, Kanada, Brasilien und Dänemark die Radio-Behandlung erprobt. Dabei wird durch Mund oder Nase eine flexible Röhre in die Bronchien eingeführt, die als Führung dient für einen Spezial-Katheter mit einem Ballon am Ende, der durch Aufblasen dicht an den Atemwegswänden anliegt. Durch diesen Katheter wird schließlich Radiostrahlung in die Bronchien geleitet, die das Gewebe auf etwa 65 Grad Celsius erwärmt. Die Muskulatur verringert sich dadurch, ohne aber zu vernarben oder sonstigen Schaden zu nehmen.

Die mit Radiowellen therapierten Patienten überstanden die dreimalige Prozedur gut. In den folgenden zwölf Monaten zeigten sie geringere Atembeschwerden und benötigten seltener Notfallmedikamente als die Angehörigen der Kontrollgruppe, die nur mit Medikamenten behandelt wurden.

Die Behandlung mit Radiostrahlung, auch als Radiofrequenz-Ablation bezeichnet, wird derzeit bei verschiedenen Krebserkrankungen eingesetzt, aber auch bei Sodbrennen und Krampfadern erprobt. (af)

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