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Verhalten: Mit rotem Kopf die Oberhand behalten

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Gouldamadinen (Erythrura gouldiae) mit rotem Kopf sind aggressiver und dominanter als ihre Artgenossen mit gelbem oder schwarzem Kopfgefieder und setzen sich dadurch in Auseinandersetzungen um Futter oder Nistplätze immer durch. Die schwächeren Konkurrenten meiden sogar einen Konflikt, wenn ursprünglich anders gefärbte Tiere rot bemalt wurden, berichten Sarah Pryke von der Universität von New South Wales und ihre Kollegen.

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Gouldamadinen | Eine Art, drei Kopffarben: Die Gouldamadinen lieben es bunt. Dabei sind die Roten die Aggressivsten und setzen sich stets gegen anders gefärbte Konkurrenten durch.
Die australischen Vögel, die nur noch in wenigen Populationen im tropischen Norden des Landes vorkommen und stark bedroht sind, sehen aus, als wären sie nacheinander in verschiedene Farbtöpfe gefallen: Ihr Rücken ist hellgrün, der Bauch gelb-orange, die Brust violett-purpurn, und unter einem dunklen Kehlfleck prangt ein türkisfarbener Halsstreifen. Am seltsamsten aber ist, dass innerhalb der Art drei Varianten von Kopffärbungen auftreten: rot, gelb und schwarz.

Um herauszufinden, ob diese Varianten innerhalb der Männchen eine Signalwirkung haben, ließen die Forscher jeweils zwei Tiere unterschiedlicher Färbung um Futter kämpfen. Dabei siegten stets die Roten, während die Gelben immer den Kürzeren zogen – auch gegenüber den Schwarzen.

Als Pryke und ihre Kollegen dann einige ursprünglich nicht rote Tiere entsprechend einpinselten, gingen die anderen einem Zweikampf lieber aus dem Weg. Umgekehrt blieben Rotköpfe trotz Umtönung die aggressivsten Vögel im Test. Roten Köpfen auszuweichen, scheint demnach ein sinnvoller Selbstschutz zu sein, so die Forscher.
22.12.2005

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 22.12.2005

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