Direkt zum Inhalt

News: Modernste Vibrationssensoren erlauschen Holzschädlinge

Hochsensible Vibrationssensoren, wie sie etwa für die Öl- und Gasbohrtechnologie entwickelt wurden, können nicht nur unerwünschte Schwingungen in Stahlkonstruktionen erfassen. Wissenschafter der Niederländischen Organisation für angewandte naturwissenschaftliche Forschung haben herausgefunden, daß sich solche Sensoren auch einsetzen lassen, um bestimmte Klopfkäfer in Möbel und Holzteilen von Gebäuden aufzuspüren.
Normalerweise macht sich die Klopfkäfer-Art Xestobium rufovillosum – im Volksmund auch Totenuhr genannt – erst bemerkbar, wenn sich die Larven durch das von ihnen bevorzugte Eichenholz bis an die Oberfläche gefressen haben und so die Schäden in Form von Löchern im Holz sichtbar werden. Die Wissenschafter erkannten nun, daß die Tiere im Inneren ganz typische Vibrationsmuster erzeugen, die sich mittels hochempfindlicher Sensoren aufspüren lassen. Stimmen die aufgenommenen Frequenzen mit Referenzmustern überein, sei die Anwesenheit des Insekts zweifelsfrei nachgewiesen und es könnten entsprechende Gegenmaßnahmen ergriffen werden, betonen die Forscher.

Xestobium rufovillosum wird deshalb Totenuhr genannt, weil die Tiere mit ihrem Kopf Klopfgeräusche erzeugen, die an das Ticken einer Uhr erinnern. Zoologen nehmen an, daß das Klopfen eine Art Balzverhalten ist. Die Larven fressen relativ große Gänge ins Holz, sie können einen Durchmesser von bis zu drei Millimeter haben und richten dadurch – vor allem in alten Gebäuden und Möbeln – großen Schaden an.

Das Holz dient dabei nicht nur als Lebensraum, sondern auch als Nahrung: Mit Hilfe von Symbionten im Darm kann das ansonsten schwer verdauliche Material aufgeschlossen und verdaut werden. In der Natur leben die Käfer in vermodernden Baumstämmen, auch hier wird von Xestobium rufovillosum Eiche bevorzugt.

Schreiben Sie uns!

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

Partnerinhalte

Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalität von Spektrum.de zu erhalten.