Modetrends: Wann die alten Klamotten wieder modern werden

Schlaghosen oder Röhrenjeans, Glockenrock oder Minikleid: Was einst modern war, kommt irgendwann wieder. Ungefähr 20 Jahre dauert es, bis der alte Look wieder angesagt ist, heißt es unter Modemachern. Forschende an der Northwestern University in Illinois haben diese Regel jetzt mathematisch bestätigt, wie sie auf einer Veranstaltung des Global Physics Summit 2026 in Denver berichten.
Die Gruppe um die Mathematikerin Emma Zajdela, die inzwischen an der Princeton University forscht, hatte rund 37 000 Bilder von Frauenkleidung zusammengetragen, unter anderem aus historischen Schnittmustern, die sie im Commercial Pattern Archive an der University of Rhode Island fand. Die resultierende Datenbank umfasse Modezeichnungen aus den Jahren 1869 bis in die Gegenwart und bilde damit die umfangreichste Sammlung ihrer Art, erläutert Zajdela in einer Pressemitteilung der Northwestern University.
Das Team, darunter weitere Mathematiker und eine Kunsthistorikerin, beschrieb die Modestile zunächst anhand mehrerer Kennzahlen wie der Höhe des Ausschnitts, der Taille und des Saums der Kleidungsstücke (siehe rote Punkte auf der Abbildung). Anhand dieser Merkmale berechneten Zajdela und ihre Kollegen ein mathematisches Modell, das darstellen sollte, wie sich diese Kennzahlen im Lauf der Jahrzehnte veränderten.
Ergebnis: Die alten Modestile wurden immer wieder aufs Neue modern. Aufstieg und Niedergang glichen einer Welle, die in etwa alle 20 Jahre ihren Höhepunkt erreichte, berichtet Zajdela. Eines der Merkmale, auf das diese Regel am deutlichsten zutraf, war die Länge von Röcken und Kleidern: Im Verlauf des 20. Jahrhunderts saß der Saum mal höher, wie in den wilden Zwanziger- und Sechzigerjahren, und mal tiefer, wie in den konservativen Dreißigern und Fünfzigern.
Das stete Auf und Ab habe seine Gründe, erklärt die Gruppe: Sobald ein Stil zu verbreitet sei, würden die Designer nach neuen Stilen suchen. »Das ständige Bestreben, sich von der jüngsten Vergangenheit abzuheben, führt im Lauf der Zeit dazu, dass Stile hin- und herpendeln«, erklärt Zajdelas Kollege Daniel Abrams. Ab den 1980er-Jahren schlug der Zyklus jedoch weniger durch: Es dominierte nicht mehr nur ein einziger Trend. »In den letzten Jahren gibt es mehr Auswahl: sehr kurze Kleider, bodenlange Kleider und Midi-Kleider«, sagt Zajdela. »Die Vielfalt nimmt zu und die Konformität ab.«
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