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Infektionskrankheiten: Molekulare Grundlagen der Tuberkuloseinfektion entdeckt?

Makrophagen werden attackiert
Französische Forscher haben ein Protein entdeckt, das bei der Tuberkulose-Infektion eine wichtige Rolle spielen könnte.

Ludovic Tailleux vom Pasteur-Institut in Paris und sein Team hatten die Lungenzellen von Patienten, die an Tuberkulose oder anderen Lungenerkrankungen litten, mit denen gesunder Menschen verglichen. Dabei fanden sie auf der Oberfläche von Makrophagen, die als erste Zellen von dem Tuberkulose-Erreger Mycobacterium tubercolosis befallen werden, erhöhte Mengen des Proteins DC-SIGN.

Als die Wissenschaftler daraufhin gesunde Zellen mit dem Bakterium infizierten, stieg die Konzentration von DC-SIGN auf der Oberfläche bereits kurz nach der Infektion deutlich an – und zwar auch bei nichtinfizierten, benachbarten Zellen. Darüber hinaus stellten die Forscher fest, dass das Oberflächen-Protein Zellen für ein Infektion anfälliger macht.

Bislang war nur bekannt, dass M. tubercolosis Lungenzellen infiziert, aber nicht, wie dies genau geschieht. Die Forscher erhoffen sich von ihrer Entdeckung neue Erkenntnisse, um Tuberkulose erfolgreich zu bekämpfen. Weltweit rund acht Millionen Menschen erkranken jährlich an Tuberkulose, und etwa zwei Millionen sterben daran.

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