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Infrarotastronomie

MOSFIRE – eine neue Infrarotkamera für das Keck-Observatorium

"First Light" für MOSFIRE

Das Keck-Observatorium auf dem Gipfel des Mauna Kea auf Hawaii kann nun weiter ins All blicken als je zuvor. Astronomen weihten Anfang April 2012 eine neue Infrarotkamera am Keck-I-Teleskop ein, die viermal schärfer und fünfmal empfindlicher als das Vorgängerinstrument ist. Zudem erlaubt das Instrument mit dem Namen MOSFIRE, Spektren von bis zu 46 Objekten gleichzeitig aufzunehmen. Bisher dauerte es am Keck-Teleskop bis zu drei Stunden, das Spektrum einer einzigen Galaxie zu messen. Die Forscher erhoffen sich von MOSFIRE einen besseren Blick auf sehr weit entfernte und damit stark rotverschobene Galaxien im frühen Universum. Auf der Beobachtungsliste der Astronomen stehen neben den jüngsten Galaxien auch Exoplaneten bei nahen Sternen, die Sternentstehung in der Milchstraße und die Zentren ferner Galaxien mit ihren extrem massereichen Schwarzen Löchern.

"First Light" für MOSFIRE
"First Light" für MOSFIRE | Dieses Bild ist eines der ersten, die mit dem neuen Infrarotinstrument "MOSFIRE" am Keck-Teleskop auf Hawaii aufgenommen wurden. Es zeigt die Antennengalaxien NGC 4038 (oben) und NGC 4039 (unten) und wurde unter nicht idealen Bedingungen bei leichter Bewölkung aufgenommen.

Die Abkürzung MOSFIRE steht für "Multi-Object Spectrometer for Infra-Red Exploration". Das rund 14 Millionen US-Dollar teure Instrument wurde von einem internationalen Wissenschaftlerteam aus den USA und der Schweiz unter Leitung von Ian S. McLean von der University of California in Los Angeles gebaut. Die Wissenschaftler entwarfen und bauten den Großteil der Komponenten von MOSFIRE innerhalb von sieben Jahren in Eigenregie – unter anderem auch, um Kosten zu sparen. McLean schätzt, dass das Instrument doppelt so teuer geworden wäre, hätte man nicht selbst Hand angelegt.

MOSFIRE wird das Vorgängerinstrument NIRSPEC aus den späten 1990er Jahren ergänzen, das zukünftig am Keck-II-Teleskop zum Einsatz kommt. Die fünf Tonnen schwere Neuentwicklung übertrifft die alte Kamera in Auflösung und Empfindlichkeit bei weitem: MOSFIRE besitzt eine 4-Megapixel-Kamera für das nahe Infrarotlicht mit Wellenlängen zwischen 900 Nanometern und 2,5 Mikrometern. Als Kamera genutzt, bildet es ein quadratisches Himmelsfeld von rund 6 Bogenminuten – also einem Fünftel des Vollmondurchmessers – mit einer Auflösung von rund 0,2 Bogensekunden ab. Es kann aber auch als Spektrograf arbeiten und dabei das Infrarotlicht von bis 46 Objekten gleichzeitig in dessen Wellenlängen zerlegen.

Nach dem "First Light" am 4. April 2012 werden die Astronomen MOSFIRE am Keck-I-Teleskop im Mai und Juni 2012 auf Herz und Nieren prüfen. Im September 2012 soll es dann schließlich allen Astronomen zur wissenschaftlichen Arbeit zur Verfügung stehen. Wir sind gespannt auf die ersten Ergebnisse.

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