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News: Müllverbrennungsschlacken sind deponierbar

Gut Ding braucht Weile. Unter diesem Motto könnte man Vorschläge internationaler Experten zur möglichst sicheren Deponierung von Müllverbrennungsschlacken zusammenfassen. Fachleute aus sechs europäischen Ländern haben sich kürzlich im Rahmen eines Workshops an der Abteilung Abfallwirtschaft der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien getroffen und aus den gemeinsamen Erfahrungen die Richtlinien ausgearbeitet.
"Frische Müllverbrennungsschlacke ist chemisch höchst reaktiv", erklärte Marion Jaros von der Abteilung Abfallwirtschaft im Gespräch mit der APA. Wird die Schlacke zu früh abgelagert, kann das zur Auswaschung etwa von Salzen oder Schwermetallen führen. Auch entstehen durch die Umwandlungen Temperaturen bis zu 90 Grad, dabei können die Basisdichtung und das Sickerwassersammelsystem zerstört werden.

Die Wissenschafter empfehlen daher, Müllverbrennungsschlacke erst dann endgültig zu lagern, wenn die heftigen Reaktionsprozesse abgeklungen sind. Auch sollte die Schlacke vor der Deponierung – noch in der Verbrennungsanlage – einen Waschprozeß unterzogen werden, damit die leicht löslichen Salze entfernt werden.

Anschließend sollte die gewaschene Schlacke in 30 bis 50 Zentimeter starken Schichten, mit ausreichender Feuchtigkeit versehen, rund drei Monate gelagert werden. In dieser Zeit kommt es zum Aufbau des sogenannten Karbonatpuffers. Dieses Material, es ähnelt natürlichem Kalkstein, verhindert den Austrag von Schwermetallen.

Nach den drei Monaten sollte die Schlacke verdichtet und erst dann eine neue Schicht aufgebracht werden. "Ein derart aufgebaute Schlackenschicht in der Deponie hat gesteinsähnliche Eigenschaften", so Jaros. Dabei würden sich die glasähnlichen Teilchen des Verbrennungsrückstandes langsam in sogenannte Tonmineralien umwandeln, was zusätzlich das Rückhaltevermögen der Deponie erhöhe. Die Wissenschaftler sind der Meinung, daß die Schlacke nach dieser Behandlung "Tausende bis Hunderttausende von Jahren" stabil ist.

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