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Göttingen: Münzen aus der Zeit Heinrichs des Löwen

Nicht einmal zwei Zentimeter sind sie groß, die 178 Silbermünzen aus dem 12. Jahrhundert. Archäologen haben sie auf einem Acker bei Gartow unweit von Lüneburg in Niedersachsen gefunden. Hier grenzten während des Mittelalters slawische und deutsche Siedlungen unmittelbar aneinander.

Die Wissenschaftler um Jens Schneeweiß von der Universität Göttingen stießen im Zuge des Forschungsprojektes „Slawen an der unteren Mittelelbe“ auf die außerordentlich gut erhaltenen Denare des einstigen Herzogs von Sachsen, Heinrich des Löwen (1129-1159).

Auf der Vorderseite tragen sie ein Kreuz und die Inschrift: HEINRIC DVX – Herzog Heinrich. Geprägt wurden die Münzen vermutlich durch das welfische Adelsgeschlechts in Bardowick. Diese bedeutende Handelsstadt des Mittelalters, besaß zwischen 1141 und 1180 auch das Recht, Geld in den Umlauf zu bringen.

Der Münzschatz stammt aus einer politisch äußerst bewegten Zeit: Bis zum 7. Jahrhundert konnten sich die Slawen ungehindert bis an die Elbe ausdehnen und diese Gegenden besiedeln. In den Jahren nach seiner Krönung 1142 setzte Heinrich der Löwe jedoch alles daran, jene Gebiete wieder unter deutsche Herrschaft zu bringen.

Schneeweiß und seine Kollegen gehen davon aus, dass die Bewohner einer in unmittelbarer Nähe gelegenen Handelssiedlung die Denare damals vergruben.

Über ihren heutigen Wert können die Experten bisher noch nichts sagen.

Geeske Pfeiffer

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