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Neonatale Medizin: Musik beruhigt Frühgeborene

In Stresssituationen kann Musik bei Neugeborenen therapeutisch wirken, berichten Wissenschaftler um Manoj Kumar von der University of Alberta in Kanada. Die Forscher hatten hierzu neun Studien aus einem Zeitraum von 17 Jahren und fünf verschiedenen Ländern analysiert.

Darin wurde untersucht, ob Musik Körperreaktionen wie die Herz- und Atemfrequenz oder die Sauerstoffsättigung des Bluts sowie das Verhalten und Schmerzempfinden der Säuglinge beeinflusst. Pfleger spielten den Frühgeborenen dabei entweder klassische Musik oder Schlaf- und Kinderlieder vor.

Bei einer Routineuntersuchung wie der Blutentnahme aus der Ferse von Frühgeborenen bewirkte die Musik, dass sich das Schmerzempfinden, die Herzfrequenz und der Stresspegel reduzierten, während sich die Sauerstoffsättigung des Bluts erhöhte. Im Falle eines intensiveren medizinischen Eingriffs, beispielsweise einer Beschneidung, reiche Musik jedoch nicht als alleinige Maßnahme aus, um die Schmerzen der Säuglinge zu verringern, schlossen die Wissenschaftler. Zudem scheint Musik auch dazu beizutragen, dass Frühgeborene besser ernährt werden können.

Damit bestätigten sich Beobachtungen über die positive Wirkung von Musik auf Säuglingsstationen: Die Neugeborenen legten schneller an Gewicht zu, ihre Lebensfunktionen waren stabiler, ihre Krankenhausaufenthalte kürzer, und sie wirkten – wie ihre Eltern übrigens auch – ruhiger, wenn im Hintergrund Musik spielte. (lw)

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  • Quellen
Hartling, L. et al.: Music for medical indications in the neonatal period: a systematic review of randomised controlled trials. In: Archives of Disease in Childhood 10.1136/adc.2008.148411, 2009.

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