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News: Musik im Kopf

Mozart konnte es schon als kleines Kind - andere lernen's nie. Vielleicht entscheiden unsere kleinen grauen Zellen, ob wir zu musikalischen Genies heranreifen oder unser Leben weiterhin als hoffnungslose Dilettanten fristen.
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Angeboren oder erlernt? Der Streit, inwieweit das Erbgut oder die Umwelt unsere Eigenschaften und Fähigkeiten prägen, ist schon fast so alt wie die Biologie selbst. Letzte Klarheit wird es wohl nie geben, und häufig lautet die schlichte Antwort: sowohl als auch. So wird auch der beste Musikunterricht kein musikalisches Genie erschaffen, solange das nötige Talent fehlt. Andererseits liegt vor jedem Lorbeer der Schweiß – ohne mühseliges Üben bleibt jedes musikalische Talent verborgen.

Doch was ist Talent? Und wo spiegelt es sich unserem Körper wider? Peter Schneider und seine Kollegen von der Universität Heidelberg begaben sich auf die Suche nach dem musikalischen Talent – und zwar in der Großhirnrinde, genauer gesagt: im auditorischen Cortex.

Ihre "Versuchskaninchen" waren 37 Freiwillige: 12 Berufsmusiker, 13 Amateurmusiker und 12 musikalisch Unbedarfte. Die Wissenschaftler spielten ihren Testpersonen nicht gerade klassische Meisterwerke vor, sondern schlichte Töne zwischen 100 und 5600 Hertz. Dabei vermaßen sie die Hirnaktivitäten ihrer Probanden mithilfe der Magnetencephalographie.

Erwartungsgemäß reagierte das Hörzentrum, die so genannten Heschl-Windungen, auf die Klänge. Bei den Berufsmusikern fiel die Reaktion allerdings doppelt so stark aus wie bei den Laien. Und die Aktivität der Heschl-Windungen der Amateurmusikanten lag genau dazwischen.

Noch deutlicher wurden die Unterschiede, als die Forscher mithilfe von Kernspintomographie dreidimensionale Bilder der Heschl-Windungen anfertigten: Wer sein Brot mit Musik verdiente, hatte im Hörzentrum etwa 130 Prozent mehr graue Substanz als sein unmusikalischer Zeitgenosse. Auch hier lagen die Werte der Hobbymusiker dazwischen.

Schneider sieht darin ein wichtiges Indiz für ein angeborenes musikalisches Talent: "Es muss einen starken genetischen Einfluss geben, der das große Volumen der grauen Substanz bei Berufsmusikern bestimmt." Er bezweifelt jedoch nicht den positiven Einfluss eines musikalischen Umfeldes auf die Entwicklung entsprechender Fähigkeiten.

Andere Forscher bleiben skeptisch. So betont Bob Carlyon vom britischen Medical Research Council: "Das Problem bei diesen Studien ist, dass man nie sicher weiß: Sind die Heschl-Windungen durch stetiges Üben größer und aktiver geworden, oder sind die Leute musikalisch wegen ihrer großen und aktiven Heschl-Windungen."

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