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Stammzellforschung: Mutationen in alten embryonalen Stammzelllinien

Menschliche embryonale Stammzellen werden mit der Zeit genetisch instabil, warnt ein internationales Forscherteam. Damit könnten alte Zelllinien für therapeutische Zwecke unbrauchbar werden.

Die Wissenschaftler um Anirban Maitra von der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hatten neun Stammzelllinien untersucht, die vor dem 9. August 2001 hergestellt worden sind. An diesem Tag hatte US-Präsident George Bush die Förderung der Stammzellforschung mit öffentlichen Mitteln eingestellt. Mit jüngeren Zelllinien darf zwar in den USA geforscht werden – jedoch nur privat finanziert.

Es zeigte sich nun, das sich acht der neun Zelllinien genetisch verändert hatten. Teilweise waren Chromosomenstücke umgebaut oder verloren gegangen, teilweise war die Methylierung der Chromosomen, mit der einzelne Gene abgeschaltet werden, verändert. Auch bei der mitochondrialen DNA, die für den Energiestoffwechsel entscheidend ist, waren Mutationen aufgetreten.

Die Forscher wissen nicht, welche Konsequenzen diese Veränderungen haben. Manche könnten jedoch Krebs auslösen, warnen sie. Zumindest müsse überprüft werden, inwieweit die Zellllinien noch therapeutisch eingesetzt werden können.

In menschliche embryonale Stammzellen setzen Mediziner große Hoffnungen, da sie sich theoretisch in alle Zelltypen des Menschen ausdifferenzieren können, sodass sich mit ihnen durch Krankheit zerstörtes Gewebe ersetzen ließe. Da sie jedoch aus menschlichen Embryonen gewonnen werden, ist ihr Einsatz ethisch zweifelhaft. In Deutschland ist die Forschung an embryonalen Stammzellen nur in Ausnahmefällen erlaubt. Es dürfen nur Zelllinien verwendet werden, die im Ausland vor dem 1. Januar 2002 hergestellt worden sind.

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