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Covid-19: Infektion erhöht das Risiko für psychische Störungen

Depressionen, Schlafstörungen, Süchte: Wer an Covid erkrankt, entwickelt später häufiger psychische Probleme. Darauf deutet eine Untersuchung mit US-Veteranen hin.
Mann mit Migräne im dunklen Zimmer

Eine Infektion mit dem Coronavirus wirft mitunter einen langen Schatten. Das zeigen nicht nur die vielen Fälle von Long Covid, die seit der Pandemie beobachtet wurden: Menschen, die ein positives Testergebnis erhalten, haben womöglich ein Jahr später ein höheres Risiko, eine psychische Erkrankung zu entwickeln. Das berichtet ein Team um Yan Xie von der Saint Louis University im Fachmagazin »BMJ«.

Die Gruppe analysierte Einträge aus der Gesundheitsdatenbank des U.S. Department of Veterans Affairs. Dabei verglich sie mehr als 150 000 Menschen, die zwischen März 2020 und Januar 2021 einen positiven Coronatest erhalten hatten, mit mehr als 5 Millionen Personen, die sich nicht infiziert hatten, sowie mit 5 Millionen Vergleichsprobanden, deren Daten aus der Zeit vor der Pandemie stammten. Infizierte hatten ein Jahr später mit einer 60 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit als nichtinfizierte Teilnehmer die Diagnose einer psychischen Erkrankung bekommen. Am häufigsten berichteten die Betroffenen von Schlafstörungen, gefolgt von Depressionen, neurokognitiven Störungen und Substanzabhängigkeiten. Besonders deutlich erhöht war das Risiko bei Probanden, die im Krankenhaus behandelt werden mussten. Doch auch jene mit milden Verläufen klagten öfter über psychische Beschwerden.

Da es sich bei der Untersuchung lediglich um eine Beobachtungsstudie handelt, lassen sich keine sicheren Aussagen über Ursache und Wirkung treffen. Zudem weisen die Autoren darauf hin, dass ihre Stichprobe nicht repräsentativ für die US-amerikanische Allgemeinbevölkerung war. So waren die meisten Personen weiß und männlich, und der Altersdurchschnitt lag bei 63 Jahren. Als Nächstes müsse man daher untersuchen, ob sich die Resultate auch auf andere Gruppen übertragen lassen, wie weitere Ergebnisse bereits andeuten. Zudem sei es wichtig, die Gründe für die Entwicklung auszumachen.

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