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Klimawandel: Nachtflüge forcieren Klimaerwärmung

Nachts wirken sich Kondensstreifen erheblich stärker auf die globale Erwärmung aus als tagsüber, da der ausgleichende Kühlungseinfluss durch die Rückstrahlung von Sonnenlicht entfällt. Dagegen bleibt dann der Treibhauseffekt durch zurückgehaltene Wärmestrahlung von der Erdoberfläche bestehen. Obwohl nur jeder vierte Flug über Großbritannien nachts erfolgt, tragen die dabei entstehenden Kondensstreifen mindestens sechzig Prozent zur durch Kondensstreifen verursachten Erwärmung bei, berichten Nicola Stuber und ihre Kollegen von der Universität Reading.

Die Forscher verknüpften für Südost-England Flugdaten mit Messungen von Wetterballons, wobei sie nur Kondensstreifen betrachteten, die länger als eine Stunde bestehen blieben. Sie stellten dabei nicht nur fest, dass die vergleichsweise geringe Zahl von Nachtflügen diesen immensen Effekt auf die Temperaturzunahme hat, sondern auch, dass allein die Flüge in den Wintermonaten Dezember bis Februar für die Hälfte des beobachteten Anstiegs verantwortlich sind. In Ländern ohne Nachtflugeinschränkung dürften die Auswirkungen noch dramatischer sein, folgern die Wissenschaftler und fordern daher ein verschärftes Nachtflugverbot.

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