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Artenschutz: Nächster Kleinwal vor dem Aus?

Mit dem Vaquita (Phocoena sinus) – einer Kleinwalart aus dem Golf von Kalifornien – droht innerhalb kürzester Zeit einer weiteren Wal-Spezies die Ausrottung. Erst vor kurzem wurde der Jangtse-Flussdelfin oder Baiji (Lipotes vexillifer) als funktionell ausgestorben deklariert.

Bei einem geschätzten Bestand von maximal noch 150 Individuen würden sich jährlich etwa vierzig Tiere in Fischernetzen verfangen und ertrinken, warnen Biologen um Armando Jaramillo-Legorreta vom Instituto Nacional de Ecología im mexikanischen Tijuana. Ihrer Meinung nach blieben nur noch zwei Jahre, um die Art vor dem Verschwinden zu bewahren. Sie lebt nur im oberen Golf von Mexiko – einer Region, in der sich in den letzten Jahren die Fischerei erheblich ausgeweitet hat, weshalb der Bestand der Kleinwale von maximal 570 Tieren 1999 auf den heutigen Tiefstand gesunken ist.

Bisher versuchten Behörden und Naturschützer, Schutzzonen ohne Fischerei einzurichten und Boote wie Netze aufzukaufen, um Druck von der verbliebenen Population zu nehmen: erfolglos, denn die Gelder flossen zugleich in den Kauf neuer Boote und Motoren. Nun soll ein neues, 10 Millionen Dollar umfassendes Konzept neue Hoffnung bringen: Wiederum werden zuvorderst Boote und Netze erworben, aber gleichzeitig alternative Einkunftsmöglichkeiten für die Fischer aufgebaut – etwa im Tourismus. Zudem sollen schonendere Fischfangtechniken erprobt und eingeführt werden. (dl)

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