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Bodenkunde: Nährstoffe steigern Kohlendioxid-Abgabe tropischer Böden

Der Eintrag von Stickstoff und Phosphor in tropische Böden kann die Aktivität der Mikroorganismen und damit die Freisetzung von Kohlendioxid drastisch steigern. Diese Nährstoffe werden zunehmend durch veränderte Landnutzung und über die Luft auch in entlegene Gebiete verfrachtet.

Cory Cleveland und Alan Townsend von der Universität von Colorado in Boulder hatten Parzellen in Tieflandregenwäldern im Südwesten von Costa Rica mit jeweils 150 Kilogramm Stickstoff, Phosphor oder beidem pro Hektar und Jahr gedüngt. Als sie nach zwei Jahren begannen, die Kohlendioxid-Emissionen der behandelten Stücke zu messen, stellten sie einen Anstieg des Treibhausgas-Ausstoßes um ein knappes Fünftel gegenüber Kontrollflächen fest.

Die eingesetzten Mengen liegen allerdings schon im oberen Grenzbereich dessen, was in extensiver Landwirtschaft in Mitteleuropa als Düngung eingesetzt wird. Über die Luft werden in unseren landwirtschaftlich intensiv genutzten Breiten etwa 30 Kilogramm Stickstoff pro Hektar und Jahr verfrachtet – in den Tropen dürfte der Gehalt wohl geringer liegen. Trotzdem wird klar, dass die Hoffnung, gedüngte Böden würden eventuell mehr Kohlendioxid speichern, trügerisch ist. Eine umfassende Analyse früherer Studien hatte eine verstärkte Kohlenstoffspeicherung im Boden bei zusätzlicher Nährstoffzufuhr vermuten lassen.

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