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Artenschutz: Nahrungsergänzung soll bedrohten Kakapo retten

Der liebenswerte Riesenpapagei Neuseelands ist akut bedroht: Zu selten schafft er es, erfolgreich zu brüten und Junge großzuziehen. Eine Vitaminspritze soll nun helfen.
Kakapo Küken

Der schwerste Papagei der Erde, der in Neuseeland noch heimische Kakapo, ist trotz aller Bemühungen weiter vom Aussterben bedroht: Zu wenige der Tiere pflanzen sich zu selten fort, wie Artenschützer bereits seit Jahrzehnten beklagen. Das liegt nur zum Teil an dem absurd komplizierten Balzritual der flugunfähigen Eulenpapageien, sondern auch an dem seltenen Angebot der Lieblingsnahrung der Tiere, den Früchten der typisch neuseeländischen Steineibengewächse wie der Rimu-Harzeibe (Dacrydium cupressinum). Kakapos paaren sich nur in Jahren, in denen diese Gewächse viele Früchte tragen, weil sie sonst ihre Nachkommen nicht ausreichend ernähren können. Nun haben Forscher versucht herauszubekommen, warum ausgerechnet diese Pflanze derart lebenswichtig für die Papageien ist – und kommen zu dem Schluss, dass man sie durch Nahrungsergänzungsspritzen, Vitamine und Kalzium notfalls ersetzen kann, um Papageiennachwuchs auch in kargen Jahren durchzufüttern.

Die Forscher um David Raubenheimer von der University of Sydney in Australia hatten zunächst herausgefunden, dass Rimu-Früchte besonders viel Kalzium, Vitamin C und die Vitamin-D-Isoformen D2 und D3 enthalten. Das Kalzium ist besonders für die Entwicklung der Eierschalen und Knochen der ungeschlüpften Papageien überlebenswichtig, es kann aber nur mit der Hilfe von Vitamin D umgesetzt werden. Bisher war unklar, woher die vegetarischen Papageien ausreichende Mengen des "tierischen" Vitamin D3, Cholecalciferol, finden. Viele Tiere und der Mensch produzieren es tagsüber bei ausreichendem UV-Licht in der Haut, die Kakapos sind allerdings nachtaktiv.

Nun wissen die Kakapo-Schützer besser, wie sie die brütenden Exemplare der 125 noch lebenden Papageien ernähren, wenn die Rimu-Pflanzen keine Früchte tragen. Dies kommt häufig vor: Auf der Kakapo-Insel trugen die Pflanzen nur zweimal in den letzten 30 Jahren Früchte. Eine gute Ernte ist immerhin auch dieses Jahr zu erwarten, weshalb die Naturschützer vor Ort auf bis zu 25 Jungvögel hoffen. Geht diesen Tieren doch das Futter aus, so sollen sie gezielt mit Kalzium- und Vitamin-D-Zusatzernährung durchgebracht werden, hoffen die Forscher.

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