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Nach Kontrastmittel-Rückzug: Nanodiamanten für MRT-Aufnahmen

Macht Gadolinium krank? Anfang März wurden mehrere Kontrastmittel vom Markt genommen. Eine mögliche Alternative sind Nanodiamanten, zeigt eine Studie.
Ein Mann im Kernspintomograf.

Millionen winziger Diamanten sollen Patienten in Zukunft im Körper haben, wenn sie in die Röhre eines Kernspintomografen geschoben werden. Das schlägt jedenfalls eine Arbeitsgruppe um Huan Niu von der National Tsing Hua University in Taiwan in »Scientific Reports« vor. Die jeweils etwa 100 Nanometer großen »Edelsteine« enthalten Eisenatome und erhöhen dadurch den Kontrast der MRT-Aufnahme. Nach Angaben der Arbeitsgruppe sind die winzigen Diamanten völlig ungiftig und damit sicherer als bisherige Kontrastmittel auf der Basis von Gadolinium: Wegen mutmaßlicher Nebenwirkungen ruht seit dem 1. März die Zulassung mehrerer gadoliniumhaltiger Präparate. Allerdings ist noch nicht abzusehen, wann das Diamanten-Kontrastmittel tatsächlich im klinischen Alltag verfügbar wird.

Kontrastmittel machen MRT-Aufnahmen deutlicher, indem sie die magnetischen Eigenschaften des Wassers in ihrer Umgebung verändern. Die Elemente Eisen und Gadolinium sind dafür gut geeignet, weil sie feeromagnetisch sind – spritzt man diese Elemente ins Blut, sieht man im Bild die Konturen der Blutgefäße sehr gut und damit auch Tumore, Gefäßverengungen oder gar Schäden an der Blut-Hirn-Schranke. Allerdings besteht bei Kontrastmitteln auf der Basis von Metallionen oder gar metallischen Nanopartikeln immer die Gefahr von Nebenwirkungen. Deswegen fand das Team um Huan Niu eine Möglichkeit, das Eisen garantiert ungefährlich zu machen: Ein Teilchenbeschleuniger schießt Eisenatome mit einer Energie von 150 Kiloelektronvolt auf die Nanodiamanten – wo sie sich tief im Inneren der Diamantstruktur einnisten und keinen Kontakt zur Außenwelt haben.

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