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Artemis I: Die Mondrakete ist erfolgreich gestartet

Im vierten Anlauf hat es geklappt: Die riesige Rakete der NASA ist gestartet und auf dem Weg zum Mond. Die Rückkehr der Raumkapsel »Orion« wird für den 11. Dezember erwartet.
Die Rakete SLS startet
Der Start der neuen Mondmission der NASA ist geglückt und das noch unbemannte Orion-Raumschiff auf dem Weg zu unserem Erdtrabanten.

Die NASA ist bekannt für große Worte. Und auch diesmal wurde nicht damit gespart. »Wir heben gemeinsam ab – zurück zum Mond und darüber hinaus«, sagte der Kommentator der US-Raumfahrtbehörde live im NASA TV, während die Riesenrakete am Mittwoch die Erde verließ. Und Startdirektorin Charlie Blackwell-Thompson sagte in Richtung des gesamten Teams: »Das ist euer Moment! Ihr habt ihn euch verdient. Wir alle sind Teil von etwas unglaublich Großem.« An der Spitze des 98 Meter hohen »Space Launch System« ist die unbemannte Kapsel »Orion« nach monatelangen Verzögerungen erfolgreich vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida zu ihrem Jungfernflug aufgebrochen. Die Mondmission »Artemis« ist nun offiziell gestartet.

Rund drei Wochen lang soll »Orion« um den Mond herum unterwegs sein, bevor die Kapsel am 11. Dezember zurück auf der Erde erwartet wird. Insgesamt sind es 25 Tage, 11 Stunden und 38 Minuten.

Bislang stand die Mission unter keinem guten Stern: Nach Verzögerungen und Kostenexplosionen bei Entwicklung und Bau musste der Teststart etliche Male verschoben werden – unter anderem wegen zwei aufeinander folgenden Stürmen und verschiedener technischer Probleme. Auch diesmal verzögerte sich der geplante Start um gut 45 Minuten. Grund waren ein undichtes Ventil am Wasserstofftank sowie ein defekter Ethernet-Switch, wodurch die Datenübertragung zur U.S. Space Force gestört war.

Doch schließlich beschlossen Ingenieure, Wetterfachleute und Sicherheitsbeauftragte: Dem Start steht nichts im Weg. Der finale Countdown kann starten. Und tatsächlich: Unter den gespannten Augen aller Beteiligten sowie einiger hundert Schaulustiger, die sich mitten in der Nacht aufgemacht hatten zum Weltraumbahnhof, schoss die Rakete in den Nachthimmel.

Bereits gut dreieinhalb Minuten nach dem Start erreichte die Rakete eine Höhe von etwa 80 Kilometern, nach gut acht Minuten mehr als 161 Kilometer. Bislang läuft alles nach Plan. Die Booster wurden nach etwas mehr als zwei Minuten sauber abgeworfen, die Stufentrennung war erfolgreich, die vier Solarzellen-Ausleger sind draußen und liefern Strom. Rund anderthalb Stunden nach dem Abheben beschleunigte das Triebwerk der zweiten Stufe die Orion-Kapsel in Richtung Mond, bevor die Stufe nach rund 18 Minuten Brenndauer abgeworfen wurde. Nun geht es rasend schnell in Richtung Mond, den die Orion-Kapsel in etwa fünf Tagen erreichen soll.

Namenspatin der neuen Mondmission ist die Göttin Artemis, die Zwillingsschwester von Apollo, der den legendären Apollo-Missionen der 1960er und 1970er Jahre seinen Namen gab. Es ist das erste Mal seit 50 Jahren, dass die NASA wieder ein Raumschiff zum Mond schickt – wenn auch noch ohne Menschen an Bord. In der Kapsel sitzen lediglich Messpuppen sowie Plüschversionen von Snoopy und Shaun dem Schaf. Irgendwann ab 2025 will die NASA wieder Menschen hinauf zu unserem Erdtrabanten befördern – darunter eine Frau und eine Person of Color.

Zudem sollen auf dem Mond und in dessen Umlaufbahn Außenposten entstehen, auch als Basis für eine spätere Mars-Mission. Die europäische Raumfahrtagentur ESA und die Raumfahrtagenturen mehrerer anderer Länder sind ebenfalls an dem derzeit rund 30 Milliarden Dollar teuren Projekt beteiligt. Die ESA liefert das äußerst wichtige »European Service Module« für die Orion-Raumkapsel, das für Antrieb und die Lebenserhaltung an Bord zuständig ist. Gebaut wurde es in Bremen. Dass die NASA zum ersten Mal bei einer kritischen Komponente für astronautische Missionen auf Partner aus anderen Staaten zurückgreife, sei ein enormer Vertrauensbeweis in die Leistungsfähigkeit der europäischen Raumfahrtnationen, hieß es aus dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt.

Wer wissen möchte, wo sich die »Orion«-Kapsel gerade befindet, kann hier die Mission verfolgen.

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