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Hormone: Nasenspray gegen Beziehungskrisen?

Liebe geht nicht nur durch den Magen, sondern offenbar auch durch die Nase. Dies ergaben Versuche mit Ehepartnern, bei denen einige vor konfliktträchtigen Auseinandersetzungen ein Nasenspray mit Oxytocin erhielten: Sie erwiesen sich nach der Diskussion als weniger gestresst.

Das Neuropeptid Oxytocin wird natürlicherweise im Hypothalamus ausgeschüttet, kann aber auch in synthetischer Form als Spray hergestellt werden und findet schon lange bei der Geburtshilfe Verwendung, denn es löst Wehen aus und fördert die Milchbildung. Dass Oxytocin das Stress- und Sozialverhalten positiv beeinflussen kann, hatten schon frühere Studien gezeigt. So ließ sich beobachten, dass mit dem Nasenspray behandelte Personen ihren Mitmenschen und der Umwelt gegenüber größeres Vertrauen zeigten als Placebo-Testpersonen. In der jüngsten doppelt-blinden, ebenfalls Placebo-kontrollierten Studie, hatte das Team um Beate Ditzen von der Emory-Universität mit ausgewählten Reizthemen für Zoff in fünfzig Hetero-Beziehungen gesorgt. Vor dem Gong zur ersten Streitrunde hatte die Hälfte der Paare Oxytocin per Nasenspray erhalten. Außerdem wurde der Spiegel des Stresshormons Cortisol mittels Speichelprobe festgestellt.

Der Vergleich mit den Werten der nach dem inszenierten Stressszenario entnommenen Proben zeigte deutliche Unterschiede zwischen den Placebokandidaten und der Oxytocin-Gruppe. Letztere lieferten Speichelproben mit deutlich weniger Cortisol, was auf eine Stress reduzierende Wirkung von Oxytocin schließen lässt.

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