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Naturkatastrophe: Ausbruch des Hunga Tonga erreichte gewaltige Höhen

Erst langsam ermitteln Experten die ganze Dynamik hinter dem Ausbruch des Hunga Tonga-Hunga Ha'apai. Seine Eruption jagte Aschewolken bis weit in die Stratosphäre.
Die gewaltige Eruption war noch in den Vereinigten Staaten zu hören

Da die Kommunikation mit dem Pazifikstaat Tonga weiterhin allenfalls erschwert möglich ist, lässt sich das ganze Ausmaß der Katastrophe nur langsam abschätzen. Gesichert ist, dass nach dem Ausbruch des Hunga Tonga-Hunga Ha'apai vom 15. Januar eine gewaltige Aschewolke auf dem Archipel niedergegangen ist, welche die Ernten zerstört und die Trinkwasservorräte zumindest teilweise ungenießbar gemacht hat. Tsunamis, die an manchen Stellen bis zu 15 Meter hoch gewesen sein sollen, beschädigten zudem viele Häuser und die Infrastruktur erheblich. Anhand von Satellitenbildern und verschiedenen Messdaten wird das Bild von der schwersten vulkanischen Eruption der letzten 30 Jahre jedoch immer klarer. Wie das britische National Centre for Earth Observation (NERC) meldet, erreichte die Aschewolken während des Ausbruchs sogar die Stratopause unserer Atmosphäre in mehr als 50 Kilometer Höhe.

Der so genannte Schirm der ausgestoßenen Asche breitete sich demnach überwiegend in 35 Kilometern aus, doch im zentralen Bereich jagte die Wucht des Ausbruchs das Material bis in 55 Kilometer Höhe. Damit erreichte es sogar die Stratopause oder Atmosphärenschichten darüber: Bei keinem anderen bekannten Vulkanausbruch hat man derartige Höhen gemessen. Die große Masse des Auswurfs blieb allerdings in tieferen Lagen und verbreitete sich seitwärts, was auf den umliegenden Inseln zu starkem Ascheregen führte. Insgesamt setzte der Hunga Tonga etwa ein Kubikkilometer Material frei, etwa doppelt so viel wie der Mount St. Helens bei seinem Ausbruch 1980.

Anhand von Satellitendaten schätzen Wissenschaftler, dass 400 000 Tonnen Schwefeldioxid in die Atmosphäre gelangten. Diese Wolke begann mit den vorherrschenden Winden nach Westen zu driften und sich über den Globus zu verbreiten. Dennoch vermuten Fachleute, dass die Menge nicht ausreicht, um das Klima in den nächsten Jahren nachhaltig zu beeinflussen. Der Ausbruch des Pinatubo auf den Philippinen 1991 etwa setzte 50-mal mehr Schwefeldioxid frei und sorgte damals nachfolgend für etwas niedrigere globale Durchschnittstemperaturen. Ein ähnlicher Effekt wird dieses Mal nicht erwartet.

Die vom Hunga Tonga erst in jüngerer Vergangenheit geschaffene Insel hat hingegen schwer gelitten. Satellitenbildern zufolge ist sie durch die Explosion wieder im Meer verschwunden. Nur die beiden älteren Ränder, die schon vor den Ausbrüchen 2009 als die beiden kleineren Eilande Hunga Tonga und Hunga Ha'apai existierten, blieben übrig. Damit war der Insel ein kürzeres Leben beschieden, als Geologen zwischendurch vermutet hatten.

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