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Naturschutz: Guten Nachrichten für den Regenwald

Der Verlust tropischer Wälder geht zurück – vor allem dank Brasilien. Doch Brände und Klimawandel setzen dem Fortschritt Grenzen.
Ein Feuer frisst sich durch geschädigten Wald im Amazonasgebiet. Dichter Rauch steigt auf
Brandrodung gehört zu den wichtigsten Treibern der Entwaldung wie hier in Amazonien.

Der Verlust tropischer Regenwälder ist 2025 deutlich zurückgegangen, bleibt aber auf hohem Niveau. Weltweit gingen 4,3 Millionen Hektar tropischer Primärwald verloren – eine Fläche etwa so groß wie Dänemark, aber ein Rückgang um 36 Prozent gegenüber dem Rekordjahr 2024, wie Daten der Universität Maryland zeigen, die von der Umwelt-Denkfabrik World Resources Institute (WRI) ausgewertet wurden. »Ein Rückgang in diesem Ausmaß innerhalb eines Jahres ist ermutigend – er zeigt, was entschlossenes Regierungshandeln erreichen kann«, sagte Elizabeth Goldman vom WRI.

Trotz des Rückgangs liegt der Verlust weiter deutlich über früheren Werten: Er ist noch immer 46 Prozent größer als vor zehn Jahren und entspricht rund elf Fußballfeldern pro Minute.

Brasilien treibt Rückgang

Ein Großteil des Rückgangs ist auf Brasilien zurückzuführen. Dort verminderte sich der Verlust von Primärwaldflächen ohne Brände um 41 Prozent und erreichte ein Rekordtief. Ein Großteil dieser Flächen liegt im Amazonasregenwald, der als einer der wichtigsten CO2-Speicher der Erde gilt und eine zentrale Rolle im globalen Klimaschutz spielt. Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hatte bei seinem Amtsantritt 2023 angekündigt, Umwelt- und Klimaschutz zu stärken und die Entwaldung bis 2030 auf null zu senken.

Allerdings ist die Unterscheidung von Verlusten durch Feuer und anderen Ursachen komplex. Die Datenauswertung erfasse nur Feuer, die in intakte Wälder übergreifen, nicht jedoch Brände nach vorheriger Rodung, erklärte WRI-Forscher Peter Potapov. Zugleich seien in tropischen Regionen die meisten Brände vom Menschen verursacht, würden aber durch klimatische Bedingungen verstärkt. Brände gewannen insgesamt an Bedeutung und verursachten 2025 rund 42 Prozent des weltweiten Baumverlusts.

Neben Brasilien zeigen sich regional unterschiedliche Entwicklungen. In mehreren Ländern blieb der Waldverlust auf hohem Niveau, darunter Bolivien, die Demokratische Republik Kongo, Peru, Laos und Madagaskar. Als Ursachen nennt der Bericht unter anderem landwirtschaftliche Expansion, Bergbau, Brände sowie die Abhängigkeit lokaler Bevölkerung vom Wald für Nahrung und Energie.

Ziel für 2030 weiter außer Reichweite

Das internationale Ziel, die Entwaldung bis 2030 zu stoppen, bleibt derzeit außer Reichweite. Der aktuelle Verlust liegt dem Bericht zufolge etwa 70 Prozent über dem notwendigen Niveau. Tropische Primärwälder sind entscheidend für Klimastabilität, Biodiversität und die Millionen Menschen, die von ihnen für Nahrung, Einkommen und Schutz vor Extremwetter abhängen. Ihr Verlust setzt große Mengen an CO2 frei.

Vor allem der südliche Teil Amazoniens ist stark durch Abholzung bedroht und steht auf der Kippe, wie renommierte Wissenschaftler warnen, wie Sie in unserem Interview lesen können.

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