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Neandertaler: Neandertaler-Kot zeigt: Unsere engsten Verwandten aßen auch Gemüse

An einer spanischen Fundstätte kamen die ältesten bekannten menschlichen Fäkalien zu Tage - und der Urkot enthält Pflanzenreste.
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Menschliche Fäkalien aus einer 50 000 Jahre alten Neandertaler-Fundstätte enthalten Überreste von pflanzlicher Nahrung. Das zeigen Analysen eines Teams um Ainara Sistiaga von der Universität La Laguna in Teneriffa. Die Forscherinnen identifizierten im Kot mehrere Abbauprodukte von so genannten Sterinen, speziellen Lipiden, die bei Tieren und Pflanzen vorkommen. Dabei fanden sie Biomarker für pflanzliche Kost und kommen zu dem Schluss, dass die Neandertaler zumindest gelegentlich Gemüse aßen.

Sistiaga und ihre Kollegen siebten die millimetergroßen Kotreste aus einer Fundschicht in den Höhlen von El Salt in Spanien. Neben Einschlüssen, die die Forscher für Parasiteneier halten, fanden sie das Lipidabbauprodukt 5β-Stigmastanol, das bei der Verdauung von Pflanzen aus den so genannten Phytosterinen entsteht. Die Forscher gehen davon aus, dass Neandertaler ähnlich wie moderne Menschen je nach Situation Wurzeln oder Getreide aßen, um ihre Ernährung zu ergänzen. Zu Vegetariern macht das unsere nächsten Verwandten aber nicht: In allen Kotproben fand das Team auch das Lipid Coprostanol – und das entsteht nur aus Fleisch.

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5β-Stigmastanol | Das 5β-Stigmastanol ist ein Abbauprodukt pflanzlicher Steroide, dessen Vorkommen im Kot pflanzliche Nahrung anzeigt.

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