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Klimagipfel auf Bali: Nebulöses Klima auf der Klimakonferenz

Die schönen Worte des Eröffnungstages der Klimakonferenz der Vereinten Nationen auf Bali sind verklungen. Jetzt wird mit harten Bandagen gekämpft. Für verbindliche Emissionsreduzierungsziele. Gegen solche Verbindlichkeiten. Für unverbindliche Verbindlichkeiten. Gegen alles.
Klimakonferenz Bali
Wirkliche Fronten im Konferenzgetümmel auszumachen, ist jedoch schwierig. Die klarste Position haben die USA, die einfach alles, was irgendwie verbindlich sein könnte, verhindern wollen. Unklar ist die Strategie der EU: "Die wird ihrer selbst gewählten Führungsrolle nicht gerecht", klagt Oxfam-Klimaschutzexperte Jan Kowalzig. EU-Delegationsleiter Artur Runge-Metzger hatte zum gestrigen Auftakt erklärt, wenn es in den kommenden zwei Wochen keine Roadmap für die Verhandlungen eines Nachfolgeabkommens für das Kyoto-Protokoll bis zum Jahr 2009 gebe, dann sei die Konferenz ein Misserfolg.

Wo geht's hier zur Klimakonferenz? | Zwischen Flughafen und Nusa Dua künden riesige Schilder von der Klimakonferenz
Die Entwicklungs- und Schwellenländer, im UN-Jargon G 77/China genannt, haben nicht wirklich eine gemeinsame Strategie, stehen aber unter Druck von Saudi-Arabien. Das reiche Ölland will erreichen, dass am Ende der Konferenz von Bali außer Spesen nichts gewesen ist. Japan und andere Länder wie Neuseeland, Südafrika und Südkorea, die Schwierigkeiten haben, ihre Kyoto-Ziele zu erreichen, stehen seit Dienstag in dem starken Verdacht, sich von den Kyoto-Protokoll verabschieden zu wollen.

Es geht auch ums Geld. Die Entwicklungsländer fordern im Verein mit Umweltschutz- und Entwicklungshilfeorganisationen die reichen Industriestaaten auf, den Entwicklungsländern die teure Anpassung an die Folgen des Klimawandels zu zahlen. "Es geht nicht um Entwicklungshilfe. Es geht darum, dass die größten und reichsten Verschmutzer der Welt für die Kosten aufkommen, die sie denen aufgezwungen haben, die am Verwundbarsten sind", betonen Nichtregierungsorganisationen von Oxfam bis zum WFF unisono.

Trockenschwimmen | Mit einer ironischen Aktion fordert der International Youth Caucus entschiedene Maßnahmen gegen den Klimawande und fragt: "Der steigende Meeresspiegel bedroht hunderte Millionen Menschen in den den Küstenregionen der Welt. Ist Schwimmunterricht wirklich eine effektive Anpassungsmethode? Wir brauchen einen Durchbruch auf Bali."
Der Bali-Konferenz doch zum Erfolg führen soll eine von Indonesien als Gastgeberland am Montag initiierte Gruppe. Niemand weiß allerdings, wer dieser Gruppe angehört. Laut Yvo de Boer, Exekutivsekretär des UN-Klimasekretariats (UNFCCC), kann jedes UNFCCC-Mitgliedsland in der Gruppe mitmachen. Das sind mehr als 190 – nichts geht über klare Strukturen. Ein Trost besteht allerdings: Es ist zwar tropisch-schwül in Bali, aber dank des bewölkten Himmels herrscht nicht wirklich Badewetter. So sind die Sitzungen, zu der sich über 10 000 Regierungsvertreter, Wissenschaftler, Lobbyisten und Journalisten auf der indonesischen Ferieninsel eingefunden haben, gut besucht.

Und die Erwartungen an die Konferenz sind groß, die Hoffnungen auf einen Durchbruch nicht zuletzt wegen der Ablehnung von festen Zielgrößen zur Begrenzung von Kohlenstoffemissionen durch die USA gering. Aber der Amerikaner Aldo Meyer von der Organisation "Union of Concerned Scientists" war mit einer frohen Botschaft nach Bali gekommen: Die Wirtschaft, die Bürger und viele Bundesstaaten der USA wollen den klimapolitischen Kurswechsel, hatte er zum Auftakt verkündet. Sogar republikanische Präsidentschaftskandidaten begännen sich von der Klimapolitik von Präsident George Bush abzusetzen.

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