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Furcht vor Seuchen: Nepal wappnet sich nach dem Erdbeben gegen Cholera

Das Erdbeben in Nepal hat noch längst nicht das letzte Todesopfer gefordert: Nun drohen Seuchen wie die Cholera im bitterarmen Himalaja. Die WHO hofft, einigermaßen vorbereitet zu sein.
Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme von Cholerabakterien (Vibrio cholerae; im Bild blau)

In den ärmsten Ländern der Welt folgt einer Naturkatastrophe regelmäßig die medizinische Tragödie auf dem Fuß: Viele zunächst Überlebende sterben an Seuchen wie der Cholera. Zuletzt traf es viele tausend Menschen in Haiti nach dem Erdbeben 2010, als die Seuche womöglich ausgerechnet von UN-Friedenssoldaten aus Nepal eingeschleppt wurde. Nun warnen Experten, dass die Seuche auch dort, in Nepal, nach dem Beben bald grassieren dürfte. Der Staat im Himalaja wird aber vielleicht auch der Prüfstein für die nach dem Haiti-Beben neu entwickelten Reaktionspläne der WHO auf ein Katastrophenszenario werden. So greift der Himalaja-Staat etwa erstmals auf die Impfstoffvorräte gegen Cholera zurück, die für solche Zwecke eingelagert wurden, berichtet der "New Scientist".

Die Einsatzpläne sehen vor, Impfstoffe gegen Cholera vor allem dort einzusetzen, wo die Versorgung mit sauberem Wasser am wenigsten gegeben scheint. Diese Information muss allerdings zunächst vor Ort gewonnen werden, und das möglichst, bevor der vielerorts erwartbare Ausbruch der Krankheit der Impfung dagegen zuvorkommt. Denn dann dürfte es im Epidemiegebiet zu spät sein, weil neben den Kranken viele Menschen den Erreger auch ohne offensichtliche Symptome weitertragen. Der Zeitfaktor ist für den Erfolg einer Impfkampagne entscheidend, denn das Vakzin selbst braucht nach der Impfung etwa zwei Wochen, bevor es den Geimpften schützt.

Einige Experten hatten schon bei der Entwicklung des Einsatzplans der WHO in Frage gestellt, ob eine Impfkampagne im Anschluss an eine Naturkatastrophe überhaupt Aussicht auf Erfolg haben kann – und ob sich der Aufwand lohne, Impfstoff in Massen zu produzieren und zu lagern. Einige kleinere Testfälle verliefen aber nach Auskunft der WHO zufrieden stellend – etwa bei einer Impfkampagne in bedrohten Flüchtlingslagern im Südsudan. Der Ernstfall in Nepal wird nun aber zeigen, ob die Pläne der WHO auch bei großen Katastrophen Seuchen wirklich eindämmen können.

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