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Hirnforschung: Neu entdecktes Protein im Mäusehirn verhindert Depressionen

Paul Greengard, der für seine Forschungen über die Einwirkungen von Dopamin und einer Reihe anderer Signalsubstanzen auf das Nervensystem im Jahr 2000 den Medizinnobelpreis erhalten hatte, gelang erneut eine wichtige Entdeckung: Zusammen mit seinen Kollegen aus Schweden und Frankreich fand der Neurowissenschaftler von der Rockefeller-Universität in Mäusehirnen ein Protein, das Depressionen entgegen wirkt.

Mäuse, denen das p11 genannte Eiweiß fehlte, zeigten depressionsartige Verhaltensweisen, beobachteten die Forscher. Ganz anders verhielten sich Mäuse, die über das Protein in ausreichender Menge verfügten. Sie benahmen sich so, als ob sie mit Antidepressiva behandelt worden wären.

Allem Anschein nach handelt es sich bei p11 um einen Regulator, der die Signalübertragung des Serotonins im Gehirn beeinflusst, vermuten die Wissenschaftler. Schon länger ist bekannt, dass bei Menschen mit schweren Depressionen Serotonin und andere Botenstoffe im Gehirn aus dem Gleichgewicht geraten sind.

Zu den gängigsten Medikamenten gegen Depressionen gehören daher selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI), die verhindern, dass der Botenstoff aus dem Synapsenspalt, der Andockstelle an den Nerven, sofort wieder entfernt wird. Serotonin bleibt dadurch länger im Spalt und kann demnach intensiver wirken.

Denkbar wären jetzt allerdings auch Medikamente, die den p11-Gehalt erhöhen und so der Depression entgegenwirken, meint der Nobelpreisträger. Wie sich dies in der Praxis bewerkstelligen lässt, müssten allerdings noch weitere Studien zeigen.
06.01.2006

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 06.01.2006

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