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Neu entdeckte Arten: Der Giftfrosch, der auf einem einzigen Berg lebt

Die Welt ist um eine neu entdeckte Froschart reicher. Der farbenprächtige Lurch lebt womöglich nur auf wenigen Hektar eines Berges im Osten Ecuadors.
Neue Froschart Hyloscirtus sethmacfarlanei

Die Region zwischen den ecuadorianischen Nationalparks Sangay und Llanganates gehört zu den artenreichsten – und feuchtesten – Regionen der Erde. Auf den zerklüfteten Bergrücken haben sich im Laufe der Zeit viele Tiere und Pflanzen entwickelt, die es nur hier gibt. Und weil die Region sehr schwer zugänglich ist, dauert es manchmal Jahre, bis man genügend Individuen einer Art findet, um sie wissenschaftlich beschreiben zu können, wie es beim Baumfrosch Hyloscirtus sethmacfarlanei der Fall ist, den ein Team um Juan Reyes-Puig von der Fundación Ecominga in Baños in PeerJ beschreibt.

Im Jahr 2018 hatten die Ranger Darwin und Fausto Recalde der Fundacíon erstmals ein Weibchen der Amphibien in den höchsten Bereichen des Machay-Naturschutzgebietes in der Nähe des Andenstädtchens Baños gefunden und fotografiert: der »schönste Frosch«, den die Mitarbeiter der Organisation in ihren Schutzgebieten gesehen hatten, wie der Gründer Lou Jost schreibt. Die Art scheint aber nur in einem eng begrenzten Gebiet auf der Kammlinie des Cerro Mayordomo zu leben, der ausgesprochen steil und kaum zugänglich ist.

Es habe deshalb vier Jahre gedauert, bis die Ranger genügend Tiere gefunden und vermessen hatten, so dass sie Art zusammen wissenschaftlich beschreiben konnten, so Jost. Unter den Tieren befand sich nur ein Weibchen, das im Gegensatz zu den Männchen ein rotes an Stelle eines gelben Pünktchenmusters auf schwarzer Haut aufwies.

Dieses lebhafte Muster dient wahrscheinlich als Warnzeichen für die Giftigkeit, schreiben die Forscher. Tatsächlich spürten die Ranger die Auswirkungen am eigenen Leib. Nach dem Einsammeln des ersten Frosches bemerkten sie Symptome, schreibt Jost: »Ihre Hände und Finger begannen zu jucken und zu kribbeln, und die Schmerzen hielten noch mehrere Stunden an, nachdem sie den Frosch frei gelassen hatten.« Toxisch sind wohl auch die Jungtiere, die leuchtend gelb sind und eine unangenehme Substanz von ihrer Haut absondern.

Der genaue Status der Spezies ist unbekannt, doch vermuten Reyes-Puig und Co, dass sie nur in einem sehr kleinen Gebiet vorkommen und selten sind. Der Cerro Mayordomo liegt in einem Naturschutzgebiet und wird von Rangern streng überwacht; zudem grenzt das Gebiet an einen Nationalpark. Um den Schutz weiter zu verbessern, sammeln verschiedene Naturschutzorganisationen Geld, damit vor Ort zusätzliches Land aufgekauft werden kann.

Benannt wurde der Frosch nach dem TV-Produzenten Seth MacFarlane, bekannt von der Sendung »Family Guy«. Er gilt als leidenschaftlicher Naturschützer und spendet regelmäßig für entsprechende Projekte.

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