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Beobachtungshinweis: Neue Aufsuchkarten für den Kometen 41P sind online

Kleine Abweichungen der Bahnbestimmungen des Kometen 41P/Tuttle-Giacobini-Kresák, der im April seine größte Erdnähe erreicht, ergaben große Abweichungen bei den tatsächlichen Himmelspositionen. Somit sind neue Aufsuchkarten für den Beobachter erforderlich. Wir bieten sie Ihnen hier an.
Komet 41P/Tuttle-Giacobini-Kresák (Aufnahme von José J. Chambó)

Aufmerksame Leser und Kometenbeobachter haben es vielleicht schon bemerkt: Die tatsächlichen Positionen des Kometen 41P/Tuttle-Giacobini-Kresák am Himmel stimmen mit denjenigen auf den Aufsuchkarten in den Ausgaben März und April 2017 von "Sterne und Weltraum" nicht überein. Dies ist auf kleine Abweichungen bei den Bahnelementen für die Berechnung der Karten zurückzuführen, die uns erst nach Redaktionsschluss erreichten.

Die Bahnelemente von Kometen sind in ständiger Veränderung: Geraten die kleinen Körper in die Nähe von Planeten, so werden sie durch deren Schwerefelder in ihrer Bahn gestört. Auch heftige Ausbrüche oder gar ein Fragmentieren beeinflussen die Bahn. Deshalb arbeiten die Astronomen bei Kometen, aber auch bei Kleinplaneten und sogar den Planeten selbst mit so genannten oskulierenden Bahnelementen, welche die tatsächliche Bahn über einen gewissen Zeitraum sehr genau, sonst aber nur näherungsweise wiedergeben.

Zu diesen Bahnelementen gehören die große Halbachse a, die Exzentrizität e, die Bahnneigung i und weitere, welche die Lage der Bahn im Raum und die Position des Körpers auf ihr in Abhängigkeit von der Zeit beschreiben.

Dies geschieht typischerweise für einen Periheldurchlauf, also die dichteste Annäherung an die Sonne. Der Begriff "oskulierend" stammt übrigens vom Lateinischen "osculari" = küssen, weil sich die berechnete Bahn der wirklichen für eine Zeit anschmiegt.

Aufsuchkarte des Kometen 41P/Tuttle-Giocobini-Kresák für April 2017 mit neuen Bahnelementen | Diese Aufsuchkarte des Kometen 41P/Tuttle-Giocobini-Kresák für April 2017 wurde mit neuen Bahnelementen berechnet.

Nahe Begegnungen mit Planeten, vor allem mit dem massereichen Jupiter, sind den Astronomen bekannt. Beizeiten werden verbesserte Bahndaten herausgegeben, die auf numerischen Simulationen dieser Annäherung beruhen. Kleine Änderungen hingegen werden erst dann in den Bahndaten berücksichtigt, wenn genügend neue Positionsmessungen zur Verfügung stehen.

Normalerweise funktioniert dieses Verfahren gut. Jedoch gab es im Fall von 41P für dieses Jahr das Problem, dass der Komet der Erde außerordentlich nahe kommt: Er durchläuft den sonnennächsten Punkt auf der Nachtseite unseres Planeten; zudem fallen Erdnähe und die größte Nähe zur Sonne fast auf denselben Zeitpunkt. Am 5. April 2017 wird der geringste Abstand zur Erde durchlaufen, dabei ist der Schweifstern 0,14 Astronomische Einheiten (rund 21 Millionen Kilometer) von uns entfernt – das entspricht rund der 55-fachen Distanz Erde-Mond. Durch die große Nähe zur Erde wirken sich schon geringe Fehler in den Bahnelementen bei der Bahnberechnung sehr stark auf die Position am Himmel aus.

Die gedruckten Aufsuchkarten für das März- und Aprilheft sind mit den vor Redaktionsschluss publizierten alten Bahnelementen gerechnet worden und zeigen den damaligen Kenntnisstand. Die mit den aktuellen Bahnelementen berechnete Kometenbahn im April steht ab sofort online zum Download zur Verfügung.

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