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Neue Bewerbungsphase : ESA sucht nach Astronaut*innen

Nach über einem Jahrzehnt der Pause erweitert die Europäische Weltraumorganisation ihr Astrononautenkorps. Diversität ist dabei das bestimmende Thema.
ESA-Astronaut Luca Parmitano bei einem Weltraumspaziergang 2013

Wer schon immer einmal ins All aufbrechen wollte, bekommt bald die Chance auf die Chance dazu: Zum ersten Mal seit elf Jahren sucht die Europäische Weltraumagentur ESA nach neuen Mitgliedern für ihr Astronautenkorps. Bewerbungen können ab dem 31. März eingereicht werden. Die Auswahl werde voraussichtlich in sechs Stufen erfolgen und erst im Oktober 2022 abgeschlossen sein. Das schreibt die ESA auf ihrer Website. Details sollen am 16. Februar folgen.

Schon im Vorfeld hatte sich abgezeichnet, dass die ESA bei dieser Auswahlrunde vor allem Gewicht auf Diversität legen würde. In einem Statement ermutigte ESA-Generaldirektor Jan Wörner denn auch besonders Frauen, sich zu bewerben. Verglichen mit ihrem US-amerikanischen Pendant NASA hinkt die europäische Behörde in Sachen Geschlechtergleichheit stark hinterher. Während bei der NASA seit Jahren ein nahezu ausgewogenes Verhältnis von Männern und Frauen vorherrscht, sind bislang nur wenige Frauen im Dienst der ESA ins All geflogen.

Auf »Spektrum.de« forderte darum die Luft- und Raumfahrtingenieurin Claudia Kessler eine Quote bei der Astronautenauswahl. Kessler gründete 2015 die Initiative »Die Astronautin«, die sich zum Ziel setzte, mit oder ohne Hilfe der ESA eine Deutsche ins All zu bringen.

Auch Menschen mit körperlichen Behinderungen könnten bei der anstehenden Runde in die engere Auswahl gezogen werden. Laut David Parker, dem ESA-Direktor für astronautische und robotische Exploration, werde die ESA parallel zum Auswahlprozess das »Parastronaut Feasibility Project« auflegen. Dem Namen nach zu urteilen, handelt es sich hierbei um ein Projekt, dass die Einsatzmöglichkeiten körperlich eingeschränkter Astronautinnen und Astronauten erkunden soll.

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