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Paläontologie: Neue Erkenntnisse zu lebend gebärenden Urzeit-Reptilien

Meeresechsen aus der Trias brachten wahrscheinlich lebende Junge zur Welt. Damit würde die bisherige These widerlegt, nach der die Sauropterygia genannten Saurier Eier legten.

Bislang wurden tausende Versteinerungen von Sauropterygia ausgegraben, ohne Hinweise auf ihre Fortpflanzung zu finden. Daher blieb lange unklar, ob diese ozeanischen Saurier Eier legten wie die heutigen Meeresschildkröten, oder bereits weiter entwickelten Nachwuchs zur Welt brachten wie die Ichthyosaurier, die zur gleichen Zeit vor etwa 230 Millionen Jahren lebten. Der Paläontologe Xiaochun Wu vom Kanadischen Naturkundemuseum in Ottawa beantwortete nun nach der Untersuchung zweier Fossilien des Sauropterygias Keichousaurus hui aus einem taiwanesischen Museum anscheinend erstmals diese Frage.

Die beiden versteinerten Echsen trugen noch mehrere Embryonen in ihrem Körper und hatten bewegliche Becken, um damit im Wasser möglichst schnell gebären zu können. Die Saurier verstarben eventuell an Komplikationen während der Geburt, denn die Embryonen befanden sich in Steißlage, so der Wissenschaftler.

Anhand der anatomischen Besonderheiten wie des mobilen Beckens kann man nun vielleicht auch das Geschlecht anderer Saurier leichter bestimmen.

Die Sauropterygia gehören zu einer großen Gruppe, die auch die riesenhaften Plesiosaurier und Mososaurier umfasst. Sie lebten vor 250 bis 65 Millionen Jahren im Erdmittelalter.
19.11.2004

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 19.11.2004

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