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News: Neue Hoffnung für Patienten mit chronischer Augenentzündung

Nach einer Studie der Bertelsmann Stiftung gibt es für etwa eine halbe Million Patienten, die in Deutschland an der chronischen Augenentzündung Uveitis leiden, neue Hoffnung. Innerhalb einer Untersuchung in Zusammenarbeit mit der Augenklinik der Universität Münster erwies sich die Anwendung der Lichttherapie als Alternative beziehungsweise Ergänzung zur herkömmlichen Behandlung der Erkrankung mit Medikamenten.
Die Ergebnisse der Studie unter Leitung des Direktors der Augenklinik der Universität Münster, Professor Dr. Holger Busse, wurden jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt. Danach wurden in dem dreijährigen Forschungsprojekt insgesamt 21 Patienten dreimal pro Woche über drei Monate hinweg mit einem Ganzkörperbestrahlungsgerät behandelt. Zwölf Monate nach Abschluß dieser Therapie mit UVA-1 Licht war das Sehvermögen deutlich gestiegen. Zudem konnte der Einsatz von Medikamenten wie Cortison um die Hälfte reduziert werden. Auch die Zahl der in unregelmäßigen Abständen auftretenden Entzündungsschübe ging um 90 Prozent zurück.

Uveitis ist eine Entzündung des Augeninneren, die in jedem Alter auftreten kann. Pro Jahr gibt es in Deutschland etwa 10 000 bis 15 000 Neuerkrankungen. Bei chronischem Verlauf können über Jahre hinweg immer neue Entzündungsschübe auftreten, die zu zahlreichen Komplikationen führen. Diese reichen von vorübergehenden Einschränkungen des Sehvermögens bis zu massiven, dauerhaften Seheinschränkungen. In schweren Fällen können Patienten auch erblinden.

Die Überlegung, künstliche Lichttherapie zur Behandlung der Uveitis anzuwenden, basiert auf medizinischen Studien, die Anfang der neunziger Jahre von der Augenklinik der Universität Kiel mit Unterstützung der Bertelsmann Stiftung durchgeführt wurden. In mehreren Studien zur Klima- und Lichttherapie am Toten Meer konnte die Uveitis damals bei über 40 Prozent der Patienten gelindert oder geheilt werden.

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