Direkt zum Inhalt

Sternentypen: Neue Klasse von Himmelsobjekten entdeckt?

Der Astronom Steve Howell und sein Kollege Thomas Harrison haben mit den auf Hawaii installierten Riesenteleskopen Gemini North und Keck II eine neue Klasse von Himmelsobjekten entdeckt, die zwischen Sternen und Planeten angesiedelt ist: einen ehemaligen Stern, der von seinem Partner ausgeraubt wurde.

Bei ihrer Vermessung des 300 Lichtjahre entfernten binären System EF Eridanus stellten sie fest, dass wahrscheinlich beide Komponenten ursprünglich Sterne von ähnlicher Größe wie unsere Sonne waren. Während einer der Sterne zu einem so genannten weißen Zwerg mit etwa den Maßen der Erde zusammengeschrumpft ist, hat er seinem Begleiter ständig Materie abgesaugt, bis dieser zu klein war, um das Fusionsfeuer weiter aufrechtzuerhalten, und erlosch.

Der beraubte Stern ist mit einer Temperatur von rund 1700 Grad Celsius deutlich kühler als die kältesten normalen Sterne, die immerhin noch 2500 Grad Celsius haben. Er leuchtet daher nur noch sehr schwach im Infrarotlicht. Damit ähnelt er den braunen Zwergen, die allerdings entstehen und zusammengesetzt sind: Braune Zwerge sind gewissermaßen verhinderte Sterne, die nicht genug Materie ansammeln konnten, um die Kernfusion zu zünden und so zum Stern zu werden.

EF Eridanus ist nur ein Vertreter einer Reihe von binären Systemen, die alle aus einem weißen Zwerg und einem ausgeraubten ehemaligen Stern bestehen könnten. Bisher wurde noch keines davon gründlich genug untersucht, um mehr sagen zu können, erklärt Howell. Aber sie seien gerade dabei, einige genauer unter die Lupe zu nehmen.
07.10.2004

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 07.10.2004

Lesermeinung

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Leserzuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Leserzuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmer sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Lesermeinungen können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

Partnervideos