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Artenvielfalt: Neue Kolibri-Art: Erst entdeckt und schon gefährdet

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Kolumbianische Vogelforscher um Alexander Cortés-Diago and Luis Alfonso Ortega haben in den Bergnebelwäldern der Serrania del Pinche im Süden des Landes eine neue Kolibri-Art entdeckt. Der Lebensraum des farbenfrohen Vogels sei aber bereits extrem bedroht, warnt die Naturschutzorganisation BirdLife International.

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Isabella-Schneehöschen | Nur wenn das Licht im richtigen Winkel auf die Kehle des Kolibris (Eriocnemis isabellae) fällt, leuchtet sie blau auf. Typisch für die Gattung sind auch die weißen Federbüschel an den Beinen des Tiers.
Der nach seinem charakteristischen weißen Beinkleid als Isabella-Schneehöschen (Eriocnemis isabellae) bezeichnete Vogel wurde schon 2005 in seinem andinen Lebensraum beobachtet, doch erst letztes Jahr konnten neue Sichtungen, Fotos und ein gefangenes Exemplar die neue Spezies tatsächlich belegen. Neben den weißen Federbüscheln an den Beinen charakterisiert ein großer blau leuchtender Kehlfleck die männlichen Vögel.

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Gefräßiger Coca-Anbau | Kaum entdeckt, ist das Isabella-Schneehöschen auch schon gefährdet: Der Anbau von Coca-Sträuchern frisst seine Bergwald-Heimat in der Serrania del Pinche im Südwesten Kolumbiens.
Da die Isabella-Schneehöschen erst jetzt entdeckt wurde, gehen Forscher und Naturschützer von einem sehr kleinen und isolierten Vorkommen aus, was das Überleben der Art ohne rasche Schutzmaßnahmen fraglich macht. Bedroht wird der Kolibri – sowie weitere nur hier vorkommende und neu beschriebene Pflanzenarten – vor allem durch die Brandrodung für den Anbau von Coca-Sträuchern. Deren Blätter werden von der lokalen Bevölkerung gerne gekaut oder als Tee getrunken, um Hunger und Erschöpfung zu unterdrücken; zudem bilden sie die Basis für Kokain. Nach Angaben von Birdlife International gehen deshalb jährlich mindestens 500 Hektar Naturlandschaft in der Region verloren.

Erste Schutzmaßnahmen sind allerdings ebenfalls angelaufen: Die beiden Organisationen Hummingbird Conservancy und Fundación Ecohabitat bemühen sich bereits vor Ort, um die Bewohner des Gebirges über ihre spezielle Kolibri-Art aufzuklären. Zudem soll den Landwirten der Umstieg auf legale Anbauprodukte und nachhaltige Bewirtschaftung erleichtert werden, um die weitere Abholzung der Wälder zu stoppen. (dl)

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