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News: Neue Methode macht Wirkungen der Akupunktur meßbar

Die Nadelung von Akupunkturpunkten läßt das Blut im Gehirn schneller fließen und steigert dessen Gewebedurchblutung und Sauerstoffversorgung, ergab eine Studie der Forschergruppe Gerhard Litscher, Gerhard Schwarz und Andreas Sandner-Kiesling an der Grazer Universitätsklinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin. Eine von den Wissenschaftlern eigens entwickelte Meßmethode macht es möglich, daß die Effekte der Akupunkturbehandlung nicht mehr nur subjektiv vom Patienten beurteilt, sondern objektiv gemessen werden können. Damit kann eine bessere Kontrolle der Akupunkturtherapie ermöglicht und die Akzeptanz des Verfahrens gesteigert werden, sind die drei Wissenschaftler überzeugt.
Am Freitag werden Litscher, Schwarz und Sandner-Kiesling am Wiener Kaiserin-Elisabeth-Spital mit dem Alfred- Pischinger-Wissenschaftspreis ausgezeichnet. Pischinger ist der österreichische Begründer der Histochemie (Teilgebiet der Gewebeforschung).

Im Bereich der neurophysiologischen Überwachungsverfahren haben Ultraschalldiagnostik und -überwachung einen festen Stellenwert erlangt. Mit Hilfe der Transkraniellen Dopplersonographie (TCD) und technischer Erweiterungen dieser Methode durch robotergesteuerte Sonden ist es dem Forscherteam gelungen, die durch Akupunktur verursachte Veränderung der Sauerstoffversorgung im Hirn zu messen. Robotergesteuerte Sonden, die in eine helmähnliche Vorrichtung für den Patienten integriert sind, "scannen" hierbei den Schädelinnenraum in acht verschiedenen Ebenen. Sie können Messungen in unterschiedlichen Hirntiefen simultan durchführen und innerhalb weniger als einer Minute ein dreidimensionales Bild der Hirngefäße erzeugen.

Die Messungen an den Hirngefäßen während einer speziellen Akupunkturbehandlung an gesunden Testpersonen ergaben eine signifikante Zunahme der mittleren Strömungsgeschwindigkeit des Blutes. Auch in der Kontrollphase nach der Akupunktur wurden deutlich höhere Werte gemessen. Die Effekte einer Stimulation ausgewählter Akupunkturpunkte auf das vegetative Nervensystem werden dadurch evident und lassen sich sowohl akustisch, visuell als auch numerisch erfassen.

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