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Artenvielfalt: Neue Papageienart vom Amazonas beschrieben

Schwefelbrüstiger KeilschwanzsittichLaden...
Im Amazonasbecken um Monte Alegre identifizierten Wissenschaftler um Luis Silveira von der Universität São Paulo eine neue Papageienart: den Schwefelbrüstigen Keilschwanzsittich (Aratinga pintoi).

Sittiche im VergleichLaden...
Sittiche im Vergleich | Erst ein Vergleich von Museumsexemplaren zeigte, dass der Schwefelbrüstige Keilschwanzsittich (Aratinga pintoi) eine eigenständige Spezies ist. Bislang betrachtete man diese Bälge als Jugendform des nahe verwandten Sonnensittichs (Aratinga solstitialis). Die neu beschriebene Art ist aber deutlich blasser gefärbt und weist vor allem kein Orange in seinem Brustgefieder auf. Bislang ist die Art in ihrem Lebensraum noch relativ häufig.
Die Existenz dieses Vogels war eigentlich bereits seit mehr als hundert Jahren bekannt, aber erst jetzt enthüllten taxonomische Studien den vollständigen Artstatus der Spezies. Bislang dachte man, bei den in Museen vorhandenen Bälgen würde es sich um Jungvögel des nahe verwandten Sonnensittichs (Aratinga solstitialis) handeln – ein Irrtum, der auch dadurch entstand, dass in Brasilien überwiegend Aratinga pintoi in den taxonomischen Sammlungen lagerte, in Europa sowie Nordamerika dagegen Aratinga solstitialis.

Erst genauere Vergleiche durch die Wissenschaftler klärten diesen Irrtum auf: Die neue Papageienspezies weist etwa eine blassere grüne Kappe und eine mattere Orangefärbung von Stirn und Wangen auf. Der Hauptunterschied ist allerdings eine schwefelgelbe Brust, während die des Sonnensittichs orange gefärbt ist.

Bislang ist der Sittich in seinem Lebensraum – offene Flächen auf Sandböden um Monte Alegre – noch relativ häufig, die Vogelschutzorganisation Birdlife International befürchtet allerdings eine hohe, gezielte Nachfrage nach der Art für den internationen Tierhandel.

Brasilien zählt zu den Ländern mit der höchsten Diversität an Vogelarten, und in keinem anderen Staat wurden in den letzten zwanzig Jahren mehr Spezies wissenschaftlich neu beschreiben. Allerdings führt Brasilien auch in der Liste der Länder mit der größten Zahl gefährdeter Arten.
05.03.2005

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 05.03.2005

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