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News: Neue Regeln im Netz

Um das volle Potential des Web auszuschöpfen, hat das World Wide Web Consortium (W3C) am 12. Mai 1998 die CSS2-Spezifikation (CSS2-Cascading Style Sheets, level 2) als W3C- Recommendation freigegeben. Die CSS2-Spezifikation stellt eine branchenübergreifende Vereinbarung über ein breites Spektrum von Funktionen für vielfältigere und besser zugänglichere Web-Seiten dar.
CSS2 basiert auf der früheren W3C-Recommendation zu CSS1 und bietet viele neue Möglichkeiten bei vollständiger Abwärtskompatibilität. Eine W3C-Recommendation besagt, daß eine Spezifikation stabil ist, zur Interoperabilität des Webs beiträgt und von den W3C-Mitgliedern geprüft und für die Übernahme durch die Industrie befürwortet wurde. Die CSS2-Spezifikation wurde von der W3C Cascading Style Sheets and Formatting Properties (CSS&FP) Working Group erarbeitet und entwickelt.

Die Vorteile der neuen Spezifikation im Einzelnen:

  • CSS2 bietet effiziente Gestaltungsmöglichkeiten

    In der Vergangenheit haben Designer erstaunliche Ergebnisse allein mit HTML erreicht: z.B. durch Verwendung von Tabellen zur Simulation von Rändern und transparenten Bildern, um weiße Flächen in den Griff zu bekommen. Oft hatte dies den unglücklichen Effekt, daß der Inhalt in feste Annahmen zu Fensterbreite und Schriftgröße gepreßt wurde. CSS1 versetzt Designer in die Lage, die gleichen Effekte mit weniger Aufwand und einfacher zu erreichen und eine präzisere Steuerung und Flexibilität zum Beispiel hinsichtlich Zeilenabstand und Randausgleich zu erzielen.

  • CSS2 beinhaltet alle Leistungen von CSS1 und bietet zusätzlich eine verbesserte typographische Steuerung einschließlich dynamisch herunterladbarer Schriften. Es gibt neue Positionierungseigenschaften zur Layout-Steuerung, z.B. um Sidebars und Navigationsbereiche zu erzeugen. Man kann Bilder und Text in Schichten und überlappend anlegen oder mit Skriptsprachen dynamisch über den Schirm bewegen. CSS2 ermöglicht auch die Steuerung des Tabellen-Layouts, was für XML-Dokumente besonders nützlich ist, und erlaubt eine automatische Numerierung von Überschriften und Listen.

  • CSS2 macht das Web schneller

    Im Web ist es heute üblich, Abbildungen von Text zu erzeugen, um Schriften und Farben zu steuern. Bilder sind viel größer als Text und die scheinbare Langsamkeit des Webs ist teilweise auf diese Praxis zurückzuführen. Web-Seiten enthalten im allgemeinen auch viel sich wiederholendes Markup für die Darstellung, das die Seiten unnötig aufbläht. CSS2 ermöglicht den Autoren den gleichen Stilreichtum, ist aber kompakt und textbasiert. Seiten, die CSS2 verwenden, sind nachweislich signifikant kleiner und viel schneller zu laden als dies bei vergleichbaren bildbasierten Seiten der Fall ist.

  • CSS2 ermöglicht intermediales Publizieren

    Die W3C-Recommendation für CSS2 kommt zu einer Zeit, in der der gleiche Web-Inhalt auf einer immer breiteren Palette von Geräten darstellbar und attraktiv sein soll, von intelligenten Fernsehapparaten bis Mobiltelefonen und von ins Auto integrierten Systemen bis zu verteilten Druckereien. Die Produzenten von Inhalten können es sich nicht mehr leisten, daß ihre Arbeit durch feste Annahmen über das Ausgabegerät eingeschränkt wird. CSS2 liefert Lösungen für intermediales Publizieren und eine elegante Wiederverwendung von Information.

  • CSS2 bietet integrierte Zugänglichkeit

    Eine Nebenwirkung des Rückgriffs auf Tabellen für das Layout und die Abbildung von Text für die Drucktechnik ist ein eingeschränkter Zugriff auf Web-Seiten für Web-Surfer mit abgeschalteter Bildladefunktion und für Sehbehinderte, die Bildschirmleser nutzen. Ein Umstieg auf CSS entfernt störende Darstellungshilfen aus den Dokumenten, wodurch automatisch die Zugänglichkeit ohne Beeinträchtigung des visuellen Designs erhöht wird und macht so die Notwendigkeit schwer zu pflegender separater "Nur-Text"-Seiten überflüssig.

  • CSS2 arbeitet mit XML zusammen

    Bisher wurde CSS1 in erster Linie für HTML-Dokumente eingesetzt, obwohl es auch für in XML geschriebene Inhalte verwendet wurde. CSS2 bietet zusätzliche Funktionen speziell zur Darstellung von XML-Dokumenten, da diese keine integrierte Semantik oder Präsentationsfunktion haben; Style Sheets sind daher für die Darstellung von XML-Inhalten unverzichtbar.

    Weitere Information zu CSS sind verfügbar unter http://www.w3.org/Style/css.

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