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Zoologie: Neue Tiger-Unterart nachgewiesen?

Bengaltiger
Genetische Untersuchungen legen nahe, dass gegenwärtig noch sechs statt fünf Unterarten des Tigers (Panthera tigris) existieren. Denn anhand von DNA-Analysen von Tigern aus allen Teilen ihres Verbreitungsgebiets kommen Wissenschaftler um Shu-Jin Luo vom Nationalen Krebsinstitut in Maryland zu dem Schluss, dass die indochinesische Unterart P. t. corbetti auf Grund starker Erbgutunterschiede aufgeteilt werden muss. So gibt es demnach eine nördliche Unterart gleicher Bezeichnung, die in China, Vietnam, Laos und Kambodscha lebt, und eine südliche Subspezies auf der malaiischen Halbinsel namens P. t. jacksoni – der Malaiische Tiger.

Tigerverbreitung | Die Verbreitungsgebiete der Tiger gestern und heute: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebten noch etwa 100 000 Tiger zwischen der Türkei im Westen, dem Chinesischen Meer im Osten, dem Amur im Norden und Bali im Süden. Heute durchstreifen gerade einmal 5000 bis 7000 Exemplare Fragmente des einstigen Herrschaftsbereichs. Sie teilten sich auf acht Unterarten auf, von denen drei mittlerweile aber ausgestorben sind. Neue DNA-Untersuchungen deuten nun auf eine neue Subspezies – den Malaiischen Tiger – hin.
Es ist laut Aussage der Forscher allerdings nicht vollkommen ausgeschlossen, dass die Zerstückelung des ursprünglichen Verbreitungsgebiets des Indochinesischen Tigers zu den genetischen Differenzen beigetragen hat, da die beiden Populationen daraufhin nicht mehr im Austausch gestanden und sich folglich auseinander entwickelt hätten.

Ursprünglich gab es noch drei weitere Tiger-Subspezies: Den Kaspischen oder Turantiger (P. t. virgata), der um 1950 ausstarb, den Balitiger (P. t. balica), von dem man 1937 wohl den letzten erschoss, und den Javatiger (P. t. sondaica), der nach 1972 nicht mehr beobachtet wurde. Die bisherige Tiger-Klassifikation beruhte vorwiegend auf der geografischen Verbreitung, der Körpergröße und dem Streifenmuster der Tiere.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebten zwischen der östlichen Türkei und dem Chinesischen Meer sowie zwischen dem Amurgebiet Sibiriens und Bali mehr als 100 000 Tiger in freier Wildbahn. Durch Wilderei wegen des Fells und der Nachfrage aus der traditionellen chinesischen Medizin sowie durch Lebensraumzerstörung sank die Population auf nur noch 5000 bis 7000 Exemplare.

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