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Neue Waffen im Kampf gegen Migräne

Migräne-Kopfschmerzen sind ein verbreitetes Leiden, das nicht unterschätzt werden darf. Zwei aktuelle Studien liefern neue Hoffnung für alle Betroffenen. 1) Ein neuer Wirkstoff soll innerhalb einer halben Stunde Besserung bringen. 2) Als Nasenspray verabreicht, wirken Medikamente schneller und sind besser verträglich.
Sumatriptan wird bisher in Tablettenform verabreicht oder injiziert. Nach bisherigen Untersuchungen lindert es bei der Hälfte bzw. 81 Prozent der Patienten die Schmerzen innerhalb von zwei Stunden. Nach Robert Ryan, einem Hals-Nasen-Ohren-Spezialisten am Ryan Headache Center, kann die Wirkung erheblich beschleunigt werden, wenn die Substanz als Nasenspray verabreicht wird (Neurology, Ausgabe vom November 1997): „Das Sumatriptan-Nasenspray umgeht den Magen und wird schneller aufgenommen als Sumatriptan in Tablettenform. Das führt zu einer schnellen Erleichterung und bedeutet, daß mehr Migränekranke (annähernd 70 Prozent) wieder auf ihre Füße kommen und sich innerhalb von zwei Stunden wieder normal bewegen können.” Nach seiner Aussage waren 20 mg der Substanz am besten geeignet, um den Kopfschmerz und die Begleiterscheinungen einer Migräne, wie Übelkeit und Empfindlichkeit gegen Licht und Lärm, zu bekämpfen. „In einer Versuchsreihe erzählten 20 Prozent der Patienten…, daß Verbesserungen schon 15 Minuten nach Beginn der Behandlung eintraten.”

Eine ähnliche Substanz mit Namen Zolmitriptan (Markenbezeichnung Zomig) befindet sich noch in der Testphase. Alan Rapoport, Direktor des New England Center for Headache und Assistenz-Professor für Neurologie an der Yale University School of Medicine hat sie an über 1000 Patienten geprüft: „Viele Patienten fühlten sich innerhalb von 30 Minuten bis einer Stunde nach Einnahme des Medikaments besser und waren nach zwei bis vier Stunden in der Lage, wieder ihren gewohnten Beschäftigungen nachzugehen.” Auch Begleitsymptome verschwanden, und über der Hälfte jener Menschen, denen die erste Dosis nicht geholfen hatte, empfanden nach einer zweiten Tablette Erleichterung. Auch Migränetypen, die in Verbindung mit der Menstruation stehen oder direkt nach dem Erwachen auftreten, sprachen auf Zolmitiptan an. In einigen Fällen gab es leichte Nebenwirkungen wie Übelkeit, Schwindelanfälle, Kribbeln in den Fingern und ähnliches. Rapoport warnt: „Zolmitriptan und ähnliche Medikamente verengen die erweiterten Blutgefäße…, wodurch sie die Migräneschmerzen bremsen. Weil diese Medikamente alle Blutgefäße verengen, einschließlich jener im Herzen, sollten Patienten mit hohem Blutdruck, Herzkrankheiten, Diabetes, starkem Übergewicht, hohem Cholesterinspiegel oder Raucher vor der Medikamentation gründlich untersucht werden.”

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