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News: Neuer Ansatz für Test auf Milzbrandsporen?

Sporen verschiedener Bacillus-Arten – enge Verwandte des Milzbranderregers – quellen unter feuchten Bedingungen um bis zu vier Prozent auf, berichten Andrew Westphal von der University of California in Berkeley und seine Kollegen. Außerdem unterscheiden sich die Sporen verschiedener Arten deutlich in der Größe. Anhand dieser Merkmale ließen sich vielleicht Milzbrandsporen in Proben innerhalb von Minuten nachweisen. Die bisherigen Nachweisverfahren – unter anderem genetische Methoden – nehmen mindestens mehrere Stunden in Anspruch.

Bacillus-Sporen sind nur etwa zwei Mikrometer groß, entsprechende Veränderungen liegen damit im Grenzbereich des Auflösungsvermögens optischer Mikroskope. Die Wissenschaftler wiesen die Größenunterschiede und -zunahme nach, indem sie die Proben mehrmals aus jeweils einem etwas anderen Winkel aufnahmen. So konnten sie das Auflösungsvermögen ausreichend verbessern. In kommenden Experimenten wollen sie untersuchen, ob sie ähnliche Muster auch bei Sporen des Milzbranderreger (Bacillus anthracis) aufzeigen können.

Das beobachtete Aufquellen der Sporen kommt überraschend für die Forscher. Bisher hielten sie die Sporen für ein weitgehend unbeeinflussbares Überdauerungsstadium der Bakterien. Das Aufquellen könnte ihrer Ansicht nach eine Vorbereitung auf eine Keimung sein. Da sich beim Quellen die Poren der Außenhülle vergrößern, werden die Sporen in feuchter Umgebung empfindlicher für abtötende Gase – ein wichtiger Punkt für Gegenmaßnahmen.

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  • Quellen
Proceedings of the National Academy of Sciences 10.1073/pnas.232710999 (2003)

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