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Kosmologie: Neuer fernster, hellster Gammastrahlenausbruch beobachtet

Gammablitz im Sternbild Fische
Der Satellit Swift detektierte Anfang der vergangenen Woche den gewaltigsten und entferntesten aller bislang beschriebenen Gammastrahlenausbrüche. Dies bestätigen nun in globaler Kooperation zahlreiche Observatorien, die von Swift unmittelbar nach dem ersten Ausbruchanzeichen alarmiert worden waren.

Die Forscherteams ermittelten, dass der Ort des Ausbruchs namens GRB 050904 mit seiner Rotverschiebung von 6,29 etwa 12,7 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Wellen des bisherigen Rekordhalters hatten die Erde mit einer Rotverschiebung von "nur" 4,5 erreicht.

Gammablitz GRB 050904 | Das Nachglühen des gewaltigen Gammablitzes GRB 050904, aufgenommen mit dem 4,1 Meter-Spiegel des Southern Observatory for Astrophysical Research (SOAR)-Teleskopes. In den Nächten nach dem Aufflackern erlosch der Blitz mehr und mehr.
Der nun beobachtete Ausbruch befindet sich damit an den Grenzen des beobachtbaren Universums; er ereignete sich schon rund 500 Millionen bis eine Milliarde Jahre nach dem Urknall, der vor 13,7 Milliarden Jahren stattfand. GRB 050904 erstrahlte rund 200 Sekunden lang, also etwa zwanzigmal länger als durchschnittliche Gammastrahlenblitze, und war dabei derart hell, dass er während dieser Zeit wohl 300-mal mehr Energie abgab, als die Sonne in ihrer gesamten zehn Milliarden Jahre währenden Lebenszeit abgestrahlt haben wird.

Neben dem Rekord erfreut die Astronomen besonders auch die durch die Beobachtung derart ferner Objekte erlaubten Einblicke in die Frühzeit des Universums. Gammablitze werden durch das letzte Aufglühen von Sternen verursacht, die zu Schwarzen Löchern werden. Der uralte GRB 050904 erlaube daher den Rückschluss darauf, dass tatsächlich schon bald nach dem Urknall Sterne entstanden und vergangen sein müssen. Endlich, so etwa Daniel Reichelt von der Universität von North Carolina, "sehen wir die Überbleibsel einiger der ältesten Objekte im Universum". Der Gammablitz, ergänzt Andrew Levan von der Universität in Hertfordshire, erhelle als kosmischer Leuchtturm den Zustand eines Universums, in dem gerade erst die ersten Sterne entstanden waren.

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