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Galaxien: Neuer Galaxientyp entdeckt

Mit dem "Dragonfly Telephoto Array" wurden im Sternbild Haar der Berenike 47 große, aber sehr leuchtschwache Galaxien entdeckt. Sie werden als "ultradiffuse Galaxien" bezeichnet.
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Auch im Bereich der Galaxien gibt es immer wieder Neues zu entdecken. Ein Forscherteam um Pieter G. van Dokkum an der Yale University fand auf Bildern des "Dragonfly Telephoto Array" im Sternbild Haar der Berenike (lateinisch: Coma Berenices) 47 sehr lichtschwache und ausgedehnte Objekte. Es sind sehr leuchtschwache Galaxien, die sich im rund 300 Millionen Lichtjahre von uns entfernten Coma-Galaxienhaufen befinden. Auf Grund ihrer sehr geringen Leuchtkräfte und großen Ausdehnungen prägten die Forscher den Begriff "ultradiffuse Galaxien" oder kurz UDG.
Eine der neuentdeckten Galaxien vom Typ UDG (Aufnahme des Weltraumteleskops Hubble)
Eine der neu entdeckten Galaxien vom Typ UDG | Die Galaxie DF17 im Sternbild Haar der Berenike wurde mit dem Weltraumteleskop Hubble fotografiert. Die sehr diffuse Welteninsel befindet sich in der Bildmitte, der Spiralnebel unten ist ein Vordergrundobjekt. DF17 gehört zum neuen Typ der ultradiffusen Galaxien UDG.

Viele dieser neu entdeckten UDG haben räumliche Ausdehnungen wie unser Milchstraßensystem, also rund 100 000 Lichtjahre, oder sind noch größer. Allerdings enthalten sie im Vergleich zu unserer Galaxis lediglich einen winzigen Bruchteil ihrer Masse, nur etwa 60 Millionen Sonnenmassen. Dagegen enthält unser Milchstraßensystem bis zu 400 Milliarden Sonnenmassen. Ihre Spektren erscheinen rötlich, ein Hinweis darauf, dass sie überwiegend aus alten, massearmen Sternen ähnlich unserer Sonne oder noch masseärmer bestehen. Wie diese Galaxien aber entstanden sind, ist den Forschern um van Dokkum ein Rätsel. Sie vermuten, dass diese Galaxien schon in der Jugend des Universums vor rund 13 Milliarden Jahren den größten Teil ihrer Gehalte an Gas und Staub verloren haben, so dass sich im Nachhinein nur sehr wenige Sterne bilden konnten.

Das "Dragonfly Telephoto Array" ist eine Zusammenschaltung aus acht, später zwölf handelsüblichen Teleobjektiven mit 400 Millimetern Brennweite, die zusammen ein Feld von rund drei Grad Durchmesser am Himmel erfassen können. Dies entspricht dem sechsfachen Durchmesser der Vollmondscheibe. Da die zusammengeschalteten Objekte ein wenig an die Facettenaugen von Insekten erinnern, wurde das Instrument mit dem Namen Libelle (englisch: "dragonfly") versehen. Das "Dragonfly Telephoto Array" dient vor allem der Aufnahme ausgedehnter Himmelsobjekte mit geringer Leuchtkraft und befindet sich im US-Bundesstaat New Mexico.

3. KW 2015

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 3. KW 2015

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