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Jerusalem: Neuer Streit um den Tempelberg

Für Archäologen ist der Tempelberg in der Altstadt von Jerusalem vermutlich einer der brisantesten Orte der Welt. Auch jetzt sorgt die Renovierung einer Fußgängerbrücke in unmittelbarer Nähe zur drittheiligsten Stätte des Islam wieder für heftigen Widerstand in der arabischen Welt. Nachdem die Polizei das Areal weiträumig gegen Störer abgesperrt hatte, begannen gestern die von Archäologen begleiteten Baggerarbeiten. In anderen Teilen Jerusalems und des Westjordanlandes kam es daraufhin vereinzelt zu Ausschreitungen.

Während die israelische Antikenverwaltung von einer notwendigen Instandsetzung der bei einem Erdbeben und Schneestürmen im Jahr 2004 beschädigten Brücke sprach, bezeichnete der Mufti von Jerusalem, Mohammed Hussein, die Arbeiten als "Aggression" und rief die Palästinenser auf, gemeinsam zum Schutz Jerusalems Widerstand zu leisten. Auch die arabischen Nachbarstaaten verurteilten das Projekt scharf und warnten vor einer Entgleisung der Gewalt und einer neuen Intifada.

Der israelischen Regierung zufolge sollen die Arbeiten sich auf den Bereich außerhalb des eigentlichen Tempelbezirks beschränken und keinerlei Bedrohung für die historische Stätte darstellen. Die muslimische Stiftung zur Betreuung des Tempelbergs Waqf verdächtigt Israel dagegen, einen Tunnel unter die Al-Aqsa-Moschee bauen zu wollen. Ähnliche Beschuldigungen waren schon früher laut geworden. Im Jahr 2000 trug ein Besuch des damaligen israelischen Oppositionsführers Ariel Scharon zum Ausbruch der zweiten Intifada bei.

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