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Paläontologie: Neues Fossil aus dem Burgess-Schiefer entdeckt

Orthrozanclus reburrus
Ein neu entdecktes Fossil aus dem kanadischen Burgess-Schiefer wirft Licht auf die Evolution der Tierstämme im Kambrium. Es deutet darauf hin, dass sich der Stamm der Weichtiere früher entwickelt hat als bislang vermutet.

Orthrozanclus reburrus | Das im Burgess-Schiefer neu entdeckte Fossil Orthrozanclus reburrus lebte vor 510 Millionen Jahren auf dem Meeresboden. Besonders markant sind die sichelförmigen Stacheln sowie die Schale am Kopf (oben) des etwa einen Zentimeter großen Tieres. Der Körper war mit Schuppen bedeckt.
Das etwa einen Zentimeter große, silberfischartige Wesen lebte vor 510 Millionen Jahren auf dem Meeresboden. Auf Grund seiner sichelförmigen Stacheln gaben Simon Conway Morris von der Universität Cambridge und Jean-Bernard Caron vom Royal Ontario Museum in Toronto dem Fossil den Namen Orthrozanclus reburrus – "Behaarter Sichelvorfahr".

Das Tier ähnelt zwei Gattungen, Halkieria und Wiwaxia, die ebenfalls aus dem Burgess-Schiefer bekannt sind, deren Systematik aber umstritten ist. Beide werden zur großen Gruppe der Lophotrochozoen zugeordnet, wozu auch der heutige Stamm der Weichtiere sowie weitere kleinere Tierstämme gehören. Zum Stamm der Weichtiere oder Mollusca zählen Schnecken, Muscheln und die Kopffüßer.

Orthrozanclus reburrus unterstützt nach Ansicht der Forscher diese Zuordnung. Demnach besitzen alle drei Gattungen einen gemeinsamen Vorfahren, aus dem sich auch die Mollusken entwickelt haben.

Der 1909 entdeckte kambrische Burgess-Schiefer zählt zu den wichtigsten Fossillagerstätten der Erde. Im Gegensatz zu anderen Fundorten sind hier nicht nur Skelette, sondern auch Weichteile der Tierkörper erhalten geblieben, die eine erstaunliche Formenvielfalt offenbaren: Während der so genannten kambrischen Explosion zu Beginn des Erdaltertums tauchten so gut wie alle heute bekannten Tierstämme auf. Die systematische Stellung etlicher Formen der Burgess-Fauna bleibt jedoch immer noch rätselhaft. (aj)

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