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Neues NASA-Budget 2015: Das Aus für Flugzeugsternwarte SOFIA?

Die Flugzeugsternwarte SOFIA beim Testflug

Schlechte Nachrichten für die Flugzeugsternwarte SOFIA enthält das neue Budget der NASA für das Finanzjahr 2015: Es sieht vor, die Finanzmittel für SOFIA drastisch zu kürzen. Sollte Deutschland als einziges Partnerland die benötigten Gelder nicht bereitstellen können, so wird die NASA das Stratosphären-Observatorium für Infrarot-Astronomie ab Herbst 2014 einstweilig stilllegen und einmotten. Das US-Finanzjahr ist nicht mit dem Kalenderjahr identisch, sondern beginnt immer am 1. Oktober des Vorjahrs.

Der Grund für die dramatische Entscheidung der NASA sind die jährlichen Betriebskosten von rund 85 Millionen US-Dollar, rund 62 Millionen Euro. Damit ist SOFIA nach dem Weltraumteleskop Hubble das im Unterhalt teuerste astronomische Instrument der NASA. Die US-Raumfahrtbehörde NASA möchte die Mittel kürzen, um diese anderen Programmen mit höherer wissenschaftlicher Priorität zukommen zu lassen. Offenbar ist die NASA mit der Qualität und Quantität der von SOFIA gelieferten Forschungsergebnisse eher unzufrieden.

Die Flugzeugsternwarte SOFIA beim Testflug | Einen Durchmesser von 2,5 Metern besitzt der Hauptspiegel der Flugzeugsternwarte SOFIA, die in einer umgebauten Boeing 747SP untergebracht ist.

Ein deutsch-amerikanisches Gemeinschaftsprojekt

SOFIA ist ein Gemeinschaftsprojekt der USA und Deutschland, Letzteres vertreten durch das "Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)". Seiner Inbetriebnahme vor rund zwei Jahren gingen mehr als 25 Jahre Entwicklungszeit voraus. Zudem hatten die Ingenieure die Schwierigkeiten unterschätzt, ein 2,7-Meter-Spiegelteleskop durch ein Loch im Rumpf eines Jumbojets, einer Boeing 747SP, zu betreiben. Somit verschob sich die Aufnahme des Forschungsbetriebs um rund ein Jahrzehnt. Erst in diesem Jahr hatte der Vollbetrieb begonnen, der auf deutscher Seite vom Deutschen SOFIA-Institut (DSI) an der Universität Stuttgart koordiniert wird.

Die Flugzeugsternwarte SOFIA beobachtet im Infraroten bei Wellenlängen, die auf dem Erdboden durch den atmosphärischen Wasserdampf weit gehend absorbiert werden. Zudem dient die Flugzeugsternwarte der Erprobung von wissenschaftlichen Instrumenten für künftige Satellitenmissionen.

Wie geht es weiter?

Dies ist nicht das erste Mal, dass SOFIA mit dem Aus bedroht wird. Bereits im Jahr 2006 war von der NASA die Einstellung verfügt worden, dies konnte durch deutsche Interventionen verhindert werden. Deutschland hatte zu diesem Zeitpunkt schon den größten Teil der Flug-Hardware gebaut.

Bislang ist dieser Budgetplan der NASA nur ein Vorschlag der US-Raumfahrtbehörde und des Weißen Hauses. Nun werden die beiden Häuser des US-Kongresses, Repräsentantenhaus und Senat, in Ausschüssen detailliert darüber beraten. Dort wird es sicherlich zu Änderungen im NASA-Budget kommen, wie es auch in den letzten Jahren der Fall war. Somit besteht noch Hoffnung, dass SOFIA nach wie vor ausreichend Finanzmittel erhält. Sollte es nicht dazu kommen, dürfte es dem DLR wohl schwerfallen, die entsprechenden Finanzmittel in voller Höhe aufzubringen. Eine Möglichkeit wäre, weitere internationale Partner für SOFIA zu suchen, die Teile der Kosten übernehmen.

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