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Tierische Plage: Neues zur Weltherrschaft der Wanderratte

Weltweit tobte ein Kampf der aus Asien stammenden Rattenspezies um die besten Plätze im Speckgürtel der Menschheit. Dabei hatten die eher menschenscheuen Wanderraten wohl Nachteile - zunächst.
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Die heute weltweit heimische Wanderratte Rattus norwegicus hat sich aus ihrer ostasiatischen Heimat in China und der Mongolei in fünf Expansionswellen über die Erde ausgebreitet: Erst wanderte sie nach Südostasien, dann ostwärts über die Aleuten und nach Amerika und schließlich nach Europa – von wo aus sie dann rasch gen Afrika, Amerika und Australasien verschleppt wurde. Das berichten Forscher nach Genanalysen der globalen Rattenpopulation. Was nun so klingt, als ob die Tiere sehr leicht und zahlreich von Ort zu Ort gelangen, ist tatsächlich aber ganz anders: Stets sind nur sehr wenige Tiere in eine neue Heimat geschleppt worden und dort zu Stammvätern der neuer Rattenklans geworden, die sich heute noch vor Ort finden.

Anders als die Hausratte Rattus rattus oder die Hausmäuse lebt die Wanderratte nicht gerne als Kulturfolger in unmittelbarer Nähe zum Menschen und wanderte daher auch nicht direkt mit dem Menschen gemeinsam: Einzelne Tiere gerieten wohl eher selten und zufällig etwa auf Schiffe und erreichten so neue Gegenden. So findet man R. norwegicus zum Beispiel in Europa erst im 16. Jahrhundert, während die ersten Hausratten in der Antike den Süden und spätestens im frühen Mittelalter die Mitte und den Norden Europas längst erreicht hatten. In der Moderne kehrt sich dies allerdings nach und nach um: Weltweit beginnt die in natürlichen Rückzugsräumen bevorteilte Wanderratte nun die Hausratten zu verdrängen.

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