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Google Translate: Neuronales Netzwerk übersetzt unbekannte Sprachpaare

Googles Übersetzungsdienst spielt über Bande: Wenn das System zwischen zwei Sprachen nicht direkt übersetzen kann, lernt es von anderen Sprachpaaren.
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Das neuronale Netzwerk, das seit September Übersetzungen auf Googles Webdienst Translate durchführt, kann jetzt auch ohne Vorkenntnisse zwischen zwei Sprachen übersetzen. Dabei verwendet das neuronale Netzwerk zusätzliche Sprachen als Hilfestellung, um eine Sprache in eine andere zu überführen. Tatsächlich ist diese "Zero-Shot-Übersetzung" nur ein Nebenprodukt der eigentlichen Funktion des als Neural Machine Translation bezeichneten Prozesses: Das neuronale Netzwerk verbessert Übersetzungen zwischen zwei Sprachen, indem es Muster zwischen diesen und weiteren Sprachen berücksichtigt. Auf diesem Weg "über Bande" erweisen sich sogar Übersetzungen zwischen Sprachen, die die Software gar nicht direkt übersetzen kann, als möglich.

Wie das Google-Team in einem Paper berichtet, macht die neueste Erweiterung für alle 103 in Translate unterstützen Sprachen diese indirekte Übersetzungen möglich. Bis zu zwölf Sprachpaare fließen in das Modell ein, das die Übersetzungsparameter eines Sprachpaars quasi an Kombinationen der beiden Sprachen mit jeweils anderen Sprachen "ausprobiert". Wie die Autorengruppe um Melvin Johnson berichtet, verbessert dieser Ansatz zum Beispiel die Übersetzung aus dem Englischen ins Deutsche merklich.

Anhand des Sprachpaars Japanisch/Koreanisch, das Google Translate nicht direkt übersetzen kann, testete die Arbeitsgruppe, ob dieser "Wissenstransfer" allein schon für eine Übersetzung ausreicht. Sie bezeichnen das Ergebnis als "brauchbar". Wie Johnsons Team in der Veröffentlichung berichtet, gibt es sogar Hinweise darauf, dass das neuronale Netzwerk semantische Repräsentationen von Sätzen erzeugt – dass das System also Sätze mit gleicher Bedeutung unabhängig von der Sprache als zusammengehörig behandelt.

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