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Zwergplanet Pluto: Plutomond Charon ist von tiefen Spalten und Kratern überzogen

Aus nur noch drei Millionen Kilometer Entfernung enthüllen die Bilder der Raumsonde New Horizons erste geologische Strukturen auf Charon. Es gibt dort tiefe Spalten und Krater.
Charon am 8. Juli 2015 (stark bearbeitet)Laden...

Der größte Begleiter des Zwergplaneten Pluto, der rund 1200 Kilometer große Charon, enthüllt auf den Bilder der Raumsonde New Horizons erstmals strukturelle Details seiner Oberfläche, die auf eine bewegte Vergangenheit hindeuten. Auf Bildern, welche die Sonde am 11. Juli 2015 aufnahm, rund drei Tage vor der dichtesten Annäherung am 14. Juli, lassen sich Details mit einer räumlichen Auflösung von 15 Kilometern pro Bildpunkt deutlich erkennen. Zu dieser Zeit trennten New Horizons noch rund drei Millionen Kilometer, rund die achtfache Distanz Erde-Mond, von ihrem Beobachtungsobjekt. Es zeigen sich mehrere Einschlagkrater von bis zu 100 Kilometer Durchmesser und eine lang gezogene Struktur, möglicherweise eine tiefe Spalte oder Schlucht in der Oberfläche. Damit erinnert Charon an die Uranusmonde Ariel oder Titania, deren Oberflächen ebenfalls von tiefen Tälern geprägt sind.

Charon am 11. Juli 2015Laden...
Charon am 11. Juli 2015 | Aus nur noch drei Millionen Kilometer Abstand zeigen die Bilder der Raumsonde New Horizons erste geologische Strukturen auf dem größten Plutomond Charon. Am rechten Rand des Himmelskörpers deutet sich eine tiefe Spalte oder Schlucht an, zudem lassen sich Einschlagkrater mit einem Durchmesser von bis zu 100 Kilometer auf Charon erkennen.

Deutlich ist auch die dunkle Polarkappe von Charon zu sehen, deren Zusammensetzung derzeit noch unbekannt ist. Zwei der Einschlagkrater weisen einen dunklen Kraterboden und helle Auswurfmassen, die Ejekta, auf. Dies ist ein Beleg für einen Schichtenaufbau der Eiskruste des Monds.

Der Uranusmond Titania (Aufnahme von Voyager 2)Laden...
Der Uranusmond Titania | Die Oberfläche des rund 1650 Kilometer großen Uranusmonds Titania ist von tiefen Tälern durchfurcht. Damit erinnert Titania ein wenig an Charon, den mit 1200 Kilometer Durchmesser größten Mond des Zwergplaneten Pluto.

In weniger als 24 Stunden wird sich New Horizons bis auf 28 800 Kilometer der Oberfläche von Charon annähern. Ihre besten Aufnahmen werden Objekte von der Größe eines Fußballfelds auf dem großen Trabanten zeigen; man darf gespannt sein, wie die Oberfläche im Detail aussieht. Während des Vorbeiflugs arbeitet die Raumsonde autonom, also ohne Kontrolle von der Bodenstation aus. Erst in der Nacht auf den 15. Juli 2015 wird New Horizons wieder Kontakt mit der Erde aufnehmen und Daten über ihren Zustand übermitteln. Mit den ersten scharfen Nahaufnahmen von Pluto, Charon und seinen vier Kleinmonden kann gegen Abend des 15. Juli gerechnet werden, in den Folgetagen werden weitere Bilder zur Erde gefunkt.

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